1.08 Heidelberg – Heidelberger Schloss
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Die Stadt

Wie keine andere deutsche Stadt wird Heidelberg in vielen Gedichten und Liedern besungen. Die romantische Stadt am Neckar mit ihren malerischen Plätzen und verwinkelten Gassen ist international weithin bekannt und bezaubert Jahr für Jahr viele Besucher aus aller Welt. Zugleich ist sie die älteste Universitätsstadt im heutigen Deutschland. Das Stadtbild wird beherrscht von der weltberühmten Schlossruine, die über 500 Jahre lang Residenz der Kurpfalz war.

Heidelberg zeichnet sich auch durch seine einmalige Lage aus. Im Norden und Süden durch die Hänge des Heiligenbergs und des Königstuhls eingefasst, bildet die Stadt das Tor, durch das der Neckar den Odenwald verlässt. und in die weite Rheinebene austritt.

Zur Geschichte

Funde aus der Stein- und Bronzezeit am Stadtrand von Heidelberg belegen eine frühzeitige Besiedlung des Gebiets, während der Bereich der Altstadt bis ins 12. Jahrhundert unbewohnt blieb. Der Name "Heidelberch" wurde erstmals 1196 in einer Urkunde des Klosters Schönau  erwähnt. Der Ort wurde gegründet am Fuße einer Burg, die Pfalzgraf Konrad von Hohenstaufen in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts errichten ließ. Diese war jedoch nur eine Vorgängerin des später erbauten Schlosses. Die Pfalzgrafen machten Heidelberg zur Hauptstadt eines erstarkenden Territoriums, das sich zu beiden Seiten des Rheins erstreckte. 

Kurfürst Ruprecht I. gründete 1386 die Universität. Sie sollte im Zeitalter des Humanismus und der Reformation eine führende Rolle spielen. Zwischen 1398 und 1410 entstand der Ruprechtsbau, der älteste Teil des Schlosses. Zwischen 1547 und 1607 wurde das Schloss nacheinander um den Gläsernen Saalbau und den Ottheinrichsbau als prächtige Werke der Renaissance und den Friedrichsbau erweitert. 

Seit dem 16. Jahrhundert war Heidelberg mehrfach Schauplatz von Glaubensstreitigkeiten. Kurfürst Ottheinrich (1556 bis 1559) führte in der Pfalz die Reformation ein. Unter seinem Nachfolger Friedrich III. der Fromme wurde die Universität eine Hochburg des Calvinismus. Nach der Einnahme der Stadt durch Tilly im Dreißigjährigen Krieg wurde Heidelberg katholisch. 

Im Zuge des Pfälzischen Erbfolgekrieges wurden Stadt und Schloss 1689 von französischen Truppen besetzt und vier Jahre später fast völlig zerstört. Während die Stadt im 18. Jahrhundert im Stile des Barock wieder aufgebaut wurde, blieb das Schloss eine Ruine. Diese Tatsache und religiöse Streitigkeiten mit den Bürgern veranlassten Kurfürst Carl Philipp im Jahre 1720, seine Residenz nach Mannheim zu verlegen. Als sein Nachfolger Carl Theodor Mannheim verlassen musste und nach München übersiedelte, wurde das Schwetzinger Schloss zu einer Sommerresidenz ausgebaut. 

Im Zweiten Weltkrieg blieb Heidelberg auf amerikanischen Wunsch weitgehend von Bombenangriffen verschont.

1.06 Das Heidelberger Schloss | Rundgang durch das Heidelberger Schloß

Alte Brücke

Ein Wahrzeichen Heidelbergs ist die Alte Brücke (Karl-Theodor-Brücke). Sie verbindet seit 1788 die Altstadt mit dem Stadtteil Handschuhsheim auf der anderen Neckarseite. Mit neun Bögen ist sie die erste Steinbrücke seit der Römerzeit.

Heilig-Geist-Kirche

Am Marktplatz in der östlichen Altstadt steht die Heilig-Geist-Kirche. Ein Vorgängerbau wurde erstmals im Jahre 1239 als Filialkirche von St Peter erwähnt. Um 1300 wurde die romanische Basilika durch einen spätgotischen Bau aus rotem Neckarsandstein ersetzt, der im Laufe der Jahrhunderte mehrfach Umbauten und Erweiterungen erfuhr. Ihre größte Zerstörung erlitt die Kirche durch einen Brand im Jahre 1693. In ihrer Geschichte wechselte sie mehrfach die Konfession. Heute ist sie evangelisch. Vom Glockenturm aus hat man eine schöne Aussicht auf die Altstadt und das Schloss.

Am Außenbau lässt sich die unterschiedliche Gestaltung und der Kontrast von dunklem Langhaus und weitem, hellem Chor im Innern kaum ablesen. Während die ungewöhnliche Gestalt des Langhauses ihre Erklärung in der ehemaligen gleichzeitigen Nutzung als Universitätskirche und Bibliothek findet – die Emporen beherbergten die berühmte "Bibliotheca Palatina" – , spiegelt die lichte Weite des Chores dessen Bestimmung als Grablege der Kurfürsten und als Hofkapelle wider.

Durch das Schadenfeuer im Jahre 1693 wurde nicht nur die mittelalterliche Ausstattung vernichtet, sondern gingen auch die kurfürstlichen Grabmäler aus dem 15. bis 17. Jahrhundert verloren. Erhalten blieb lediglich die Deckplatte des Grabes König Ruprechts I. und seiner Gemahlin Elisabeth von Hohenzollern. Der berühmteste Teil der Ausstattung, die "Bibliotheca Palatina" ging bereits 1623 durch ihre Entführung nach Rom verloren. Ein Teil konnte jedoch wieder zurückgeführt werden.

Universität

1386 wurde von Ruprecht I. von der Pfalz der Grundstein zur ältesten Universität auf dem Boden des heutigen Deutschlands gelegt. Heute sind hier fast 30 000 Studenten eingeschrieben. In der Alten Universität (1712 bis 1735 erbaut) kann der Studentenkarzer besichtigt werden, dessen Wände von Inschriften und Zeichnungen der Arrestierten überzogen sind. Der Universitätsplatz verbindet Alte und Neue Universität (1928 bis 1931). Im Ausstellungsraum der Bibliothek befinden sich bedeutende, teilweise handschriftliche Texte religiöser und profaner Literatur des Mittelalters und der Neuzeit. Der kostbarste Schatz ist der "Codex Manesse" oder die "Große Heidelberger Liederhandschrift", eine mittelhochdeutsche Lyriksammlung aus dem 14. Jahrhundert. Er gelangte im 19. Jahrhundert nach der Entführung der "Bibliotheca Palatina" nach Rom im Jahre 1623 an die Universitätsbibliotek zurück.

Ehemalige Jesuitenkirche und heutige Pfarrkirche Heiliggeist und St. Ignatius

Im 18. Jahrhundert entstand im Universitätsviertel die barocke Jesuitenkirche. Sie wurde für den 1712 nach Heidelberg im Zuge der gegenreformatorischen Aktivitäten zurückgekehrten Jesuitenorden errichtet. Die zurückgesetzte Fassade, dessen eine Seite unmittelbar an das Kollegiengebäude angrenzt, bildet mit dem sich östlich anschließenden Kollegienflügel einen kleinen Vorplatz. Die Figuren der Fassade zeigen Christus als Welterlöser sowie den hl. Franz Xaver und den hl. Ignatius, Werke von Paul Egell.

Die dreischiffige Hallenkirche weist im Innern gotische Stilelemente auf. Durch die hohen, doppelgeschossigen Maßwerkfenster kann umso mehr Licht strömen, als keine Seitenemporen vorhanden sind. Einen Gegensatz zu den gotisierenden Elementen bilden die drei barocken Hauptaltäre. Das Gemälde des Hochaltars zeigt die Ausgießung des Heiligen Geistes und die Pfingstpredigt des Petrus, der rechte Seitenaltar den hl. Josef als Patron der Kirche und der linke Seitenaltar die Aufnahme Mariens in den Himmel. Alle Altäre stammen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die ursprünglichen Altäre gingen wie der größte Teil der Ausstattung überhaupt zwischen 1792 und 1797 verloren, als die Kirche als Magazin und Lazarett zweckentfremdet wurde. Beachtung verdienen auch die Kanzel, deren Brüstungsrelief Szenen aus dem Leben Jesu zeigen, ein Osterleuchter sowie Bildwerke des 18. Jahrhunderts mit Heiligendarstellungen.

In der Kirche befindet sich der Eingang zum "Museum für sakrale Kunst und Liturgie". Es zeigt kirchliche Kunst des 17. bis 19. Jahrhunderts, liturgische Gewänder, liturgische Bücher, Glocken und andere Stücke kirchlicher Ausstattung.
Öffnungszeiten: Di bis Sa 10 bis 17 Uhr, So 13 bis 17 Uhr

Peterskirche

Die evangelische Peterskirche ist die älteste Kirche in Heidelberg. Ihre Anfänge gehen wahrscheinlich bis in die Zeit der Stadtgründung zurück. Erstmals erwähnt wurde sie jedoch erst im Jahre 1357. Zwischen 1485 und 1500 erfolgte der spätgotische Neubau einer einschiffigen Hallenkirche. Nach ihrer Zerstörung im Jahre 1693 erhielt sie ein barockes Aussehen. Ab 1863 wurde die Kirche aber wieder regotisiert. Dabei wurde sie zu einer dreischiffigen Halle ausgebaut. Heute dient die Peterskirche als Universitätskirche. An ihren Innen- und Außenwänden befinden sich zahlreiche Grabmäler aus dem 16. bis 20. Jahrhundert, vornehmlich von Professoren der Heidelberger Universität. Sehenswert sind auch zwei Ölbilder aus der Zeit um 1900. Sie zeigen Petrus auf dem See und Christus als Gärtner.

Kurpfälzisches Museum

Das Kurpfälzische Museum befindet sich im Palais Morass. Neben Sammlungen zur Vor-, Frühgeschichte und Stadtgeschichte sind Gemälde und Handwerkskunst aus dem 14. bis 20. Jahrhundert ausgestellt. Ein besonderer Glanzpunkt ist der kostbare Windsheimer Zwölfbotenaltar von Tilman Riemenschneider.

Königstuhl/Molkenkur

Etwa 1 km vom Schloss entfernt liegt der Aussichtspunkt Molkenkur (301 m. ü. M.) mit Blick auf das Schloss. Der Ursprung des Namens liegt in dem Glauben, dass die Molke ein gesundheitsförderndes Mittel sei. An dem Aussichtspunkt befand sich seit dem 14. Jahrhundert die „Obere Burg“, die im 16. Jahrhundert zerstört und nicht mehr aufgebaut wurde. 

Etwa 3 km weiter bildet der Königstuhl die höchste Erhebung des kleinen Odenwalds. Von seinem Fernsehturm (82 m) hat man eine weite Rundsicht in die Rheinebene. Sowohl Molkenkur als auch Königstuhl sind auf einem Fußweg oder mit der Bergbahn vom Schloss aus erreichbar.

Heiligenberg

Auf der nördlichen Neckarseite bildet der Heiligenberg (440 m. ü. M.) das Gegenstück zum Königstuhl. Auf dem Gipfel liegt das 870 gegründete, ehemalige Michaelskloster. Heute ist es eine Ruine. Auch von dieser Stelle aus kann man eine herrliche Aussicht auf Altstadt und Schloss genießen. Der Heiligenberg kann mit dem Pkw angefahren werden.

Neckarschifffahrt

Von April bis Oktober verkehren von Heidelberg aus Schiffe, die zu einem romantischen Ausflug auf dem Neckar einladen. Rudern, Segeln und Tretboot fahren ist ebenfalls möglich.

Burgenstraße

 

 

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Burgenstraße

1 Mannheim – Neckarzimmern

1.01 Mannheim an Rhein und Neckar
1.02 Kurfürstliches Schloss, Mannheimer Schloss
1.03 Rundgang durch das Mannheimer Schloss
1.04 Wasserturm, Jesuitenkirche, Luisenpark, Zeughaus mit Reißmuseum

1.05 Ilvesheim

1.06 Ladenburg

1.07 Edingen-Neckarhausen

1.08 Heidelberg
1.09 Heidelberger Schloss, Rundgang durch das Schloss

1.10 Neckargemünd
1.11 Bergfeste Dilsberg

1.12 Neckarsteinach – "Vierburgenstadt"
1.13 Hinterburg
1.14 Mittelburg, Vorderburg, Burg Schadeck

1.15 Hirschhorn – Perle im Neckartal
1.16 Burg Hirschhorn

1.17 Eberbach – Erlebnisstadt am Neckar
1.18 Burg Eberbach

1.19 Zwingenberg
1.20 Jagdschloss Zwingenburg

1.21 Neckargerach
1.22 Minneburg

1.23 Obrigheim
1.24 Schloss Neuburg

1.25 Mosbach
1.26 Neckarelz, Lohrbach

1.27 Neckarzimmern
1.28 Burg Hornberg

2 Haßmersheim – Heilbronn

3 Jagsthausen – Rothenburg o. d. Tauber

4 Colmberg – Nürnberg

5 Erlangen – Heiligenstadt

6 Bamberg – Bayreuth

7 Cheb – Prag

 

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