2.09 Bad Wimpfen am Neckar – ehemalige Kaiserpfalz
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Die Stadt

Die Stadt Bad Wimpfen mit seinen beiden Teilgemeinden Wimpfen im Tal und Wimpfen am Berg (Hohenstadt) ist eine der ältesten Städte der Region. Sie liegt gegenüber der Jagstmündung und im Grenzraum der Landschaften Kraichgau, Hohenloher Ebene und Neckarbecken. Verwaltungsmäßig gehört sie zum Landkreis Heilbronn. Heute ist Bad Wimpfen ein beliebter Kur- und Erholungsort, aber auch aus historischer Sicht ein touristischer Anziehungspunkt.

Die imposante Silhouette von Wimpfen am Berg ist weithin berühmt. Wer durchs Neckartal fährt, kann sich kaum der Faszination entziehen, die von den dunklen Türmen und Giebeldächern der mittelalterlichen Stadt ausgeht. Der Ort zählt zu den reizvollsten Städtchen Deutschlands. Älter als Wimpfen am Berg ist die Talsiedlung unterhalb des Stadthügels. Ihre Geschichte reicht zurück bis in die Zeit der Römer. Der Besucher blickt jedoch zumeist nach oben. Auch Kaiser Barbarossa schien die Aussicht so gut zu gefallen, dass er hier seine größte und schönste Kaiserpfalz erbauen ließ.

Zur Geschichte

Die Anfänge der Besiedlung im Raum Bad Wimpfen liegen zwar im Dunkeln, doch lassen sich seit dem 5. Jahrtausend v. Chr. Wohnplätze und sogar ganze Dörfer jungsteinzeitlicher und bronzezeitlicher Kulturen nachweisen. In der Zeit um 450 v. Chr. brachten die Kelten die erste Kulturblüte in den mittleren Neckarraum. Sie waren vermutlich auch die Namensgeber der Flüsse Neckar, Kocher und Jagst und wohl auch für den Ort. Aus dem Keltischen übersetzt bedeutet der Name "Wimpfen" soviel wie "umwallter Berg".

Fassbarer wird die Geschichte der Stadt Bad Wimpfen mit dem Eindringen der Römer. Um die Grenzen ihres Reiches durch den so genannten obergermanischen Limes zu sichern, errichteten sie ein System von Kastellen. Eines davon wurde um das Jahr 100 n. Chr. an der strategisch wichtigen Stelle gegenüber der Jagstmündung erbaut, wo die alte Völkerstraße den Neckar erreichte. Im Schutze dieses Kastells ließen sich Händler und Handwerker nieder. Es kann daher als Keimzelle der Stadtentwicklung von Bad Wimpfen angesehen werden. Als das Kastell später seine militärische Bedeutung verlor, hatte sich bereits eine große Siedlung gebildet.

Im 3. Jahrhundert durchbrachen die Alemannen den Limes und gründeten neben der zerstörten römischen Stadt ein Dorf, in dem sie mit dem Rest des bisherigen Völkergemischs lebten. Aber auch ihre Herrschaft dauerte nicht lange, denn als Frankenkönig Chlodwig um 500 die Alemannen in einer großen Schlacht geschlagen hatte, wurde Wimpfen fränkisch. Mit den Franken kam auch das Christentum, und man geht davon aus, dass schon sehr früh eine Kirche auf den Resten des römischen Prätoriums erbaut wurde.

Kurz vor der ersten Jahrtausendwende fielen die Ungarn in die Region ein und zerstörten dabei auch den Ort Wimpfen. Auf den Grundmauern der ruinierten Kirche wurde später eine größere, dem Heiligen Petrus geweihte Kirche gegründet, die heute noch als eine der wertvollsten Sakralbauten des Landes gilt. Zu ihr gehörte auch ein einflussreiches Chorherrenstift. Im Schatten dieses Stifts entwickelte sich die Talstadt zügig zu einem Marktort mit Mauern, Zollrechten und Fischereirechten. 

Der jedes Jahr stattfindende Wimpfener Talmarkt gehört daher zu den ältesten in Deutschland. Im 14. Jahrhundert löste sich die Talstadt immer mehr vom Stift, verlor aber schließlich ihre errungene Unabhängigkeit rund 100 Jahre später, als die inzwischen mächtiger gewordene Stadt auf dem Berg sie in ihr Gebiet eingliederte.

Die Anfänge der Bergstadt Wimpfen sind ungeklärt. Archäologische Funde lassen aber den Schluss zu, dass sich schon vor dem Bau der staufischen Pfalz auf dem Berg eine kleine Kirche befand, die im Laufe der Zeit mehrmals vergrößert worden war. Um diese Kirche bestand sicherlich auch eine kleine Siedlung, als sich Kaiser Friedrich I. Barbarossa von dem Bischof von Worms mit Wimpfen belehnen ließ. 1182 wurde der Staufer erstmals urkundlich in Wimpfen erwähnt, und so gilt dieses Jahr als Gründungsdatum der Kaiserpfalz. In dieser Zeit wurden die heute noch erhaltenen Bauten Blauer Turm, Steinhaus, Arkaden, Pfalzkapelle, Roter Turm und Hohenstaufentor errichtet.

Mit dem Ende der Stauferzeit behauptete die Stadt ihre Unabhängigkeit und stellte sich schließlich um 1300 als freie Reichsstadt dar. Vor allem das Aufblühen des Handwerks, aber auch des Handels und der Landwirtschaft trug dazu bei, dass Wimpfen einen beachtlichen wirtschaftlichen Aufschwung erlebte. Viele Bürgerhäuser mit fränkisch-alemannischem Fachwerk künden noch heute davon.

Im 16. Jahrhundert fasste die Lehre Luthers in Wimpfen trotz erbitterter Gegnerschaft der Klöster schnell Fuß. Zu einer Katastrophe wurde der Dreißigjährige Krieg. Vor den Toren der Stadt tobte 1622 eine der größten Schlachten dieses Krieges, aus der die Truppen Tillys als Sieger hervorgingen. Die Schlacht bei Wimpfen hatte eine Zeit schwerster Not, Erpressungen, Brandschatzungen, Plünderungen und wiederholter Vernichtung der Ernte zur Folge. Hinzu kamen Seuchen. Die einst so stolze Reichsstadt war dem Verfall preisgegeben.

Erst mit der Sole-Gewinnung und der Gründung der Saline Ludwigshalle 1817 begann ein langsamer, aber stetiger Wiederaufstieg, indem Bad Wimpfen allmählich zu einem gern besuchten Badeort wurde. Heute ist die Stadt ein romantischer Ferienort mit einem modernen Kur- und Rehabilitationszentrum. Das Sole-Hallenbad mit dem durch eine Ausschwimmschleuse angegliederten Freibecken erfüllt alle Anforderungen der Therapie und des Erholung suchenden Badegastes. Mit der original erhaltenen Kaiserpfalz und ihren markanten Gebäuden ist die ehemalige Stauferstadt zugleich ein einzigartiges Denkmal einer glanzvollen mittelalterlichen Epoche.

Sehenswertes

Wimpfen im Tal, Stadtbefestigung (Talsiedlung), Ritterstiftskirche St. Peter, Kornelienkirche | Wimpfen am Berg, Stadtbefestigung (Bergsiedlung), Evangelische Stadtpfarrkirche, Katholische Pfarrkirche / ehemalige Dominikanerkirche, Reichsstädtisches Museum, Ödenburger Heimatmuseum, Puppenmuseum, Sammler- und Glücksschweinmuseum | Kaiserpfalz, Blauer Turm, Roter Turm, Hohenstaufentor, Arkaden des staufischen Palas, Pfalzkapelle, Steinhaus / Historisches Museum

Freizeitangebote

Für Kulturinteressierte bietet die Kurstadt Bad Wimpfen ein abwechslungsreiches Angebot. Das ganze Jahr über finden an Sonn- und Feiertagen Kurkonzerte statt, im Sommer unter freiem Himmel. Im Kursaal werden Diavorträge und Theateraufführungen veranstaltet. Im Café am Sole-Freizeitbad kann man bei den geselligen Tanzabenden das Tanzbein schwingen.

Erholung findet der Gast unter anderem bei einem Spaziergang durch den romantischen Kurgarten, beim Wassertreten im Kneipp-Garten, im Sole-Freizeitbad und beim Minigolf. Das Sole-Freizeitbad verfügt über ein Hallenbecken, ein Außenbecken und eine großzügige Saunalandschaft mit Tauchbecken und Solarium. Attraktiven Badespaß kann man bei der dreimal täglich angebotenen Wassergymnastik erleben. Der Minigolf-Park am Busparkplatz ist eine Turnieranlage mit 18 Bahnen. Ein Kiosk bietet Erfrischungen an.

Märkte und Feste

Altdeutscher Weihnachtsmarkt

Am ersten und zweiten Adventswochenende öffnet der Altdeutsche Weihnachtsmarkt in romantischer Atmosphäre seine Pforten. Christkind und Weihnachtsmann sind in einer Pferdekutsche unterwegs, begleitet von einer Landsknechtgarde. Das große Angebot an handwerklichen Waren und künstlerischen Gegenständen sowie zahlreiche Ausstellungen und Konzerte in den historischen Kirchen sorgen für ein stimmungsvolles Erlebnis.

"Minnelied und Gotteslob in den Pfalzen der Staufer"

Unter dem Motto "Minnelied und Gotteslob in den Pfalzen der Staufer" finden die Festwochen der Alten Musik statt. Mit dieser Veranstaltung soll die Musik in den Pfalzen der Staufer in Konzerten und Kursen belebt und gepflegt werden.

Zunftmarkt

Der attraktive spätmittelalterliche Handwerkermarkt findet immer am letzten Augustwochenende statt und erhält seinen unverwechselbaren Reiz durch die romantische Kulisse des Burgviertels sowie das mittelalterliche Marktleben mit Spielleuten, Tanzgruppen, Bänkelsängern und Schaustellern.

Wimpfener Talmarkt

Das große Volksfest, das jährlich 300 000 Besucher anlockt, wird schon seit dem Jahr 965 gefeiert. Der Talmarkt ist ein Privileg des damaligen Ritterstifts. In der über tausendjährigen Tradition hat er sich einen eigenen Charakter bewahrt und ist der Höhepunkt im Jahreskalender der Wimpfener Feste. Er fällt immer in das Patronatsfest der Ritterstiftskirche St. Peter, das am 29. Juni gefeiert wird.

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Burgenstraße

 

 

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Burgenstraße

1 Mannheim – Neckarzimmern

2 Haßmersheim – Heilbronn

2.01 Haßmersheim
2.02 Burg Guttenberg

2.03 Gundelsheim – Deutschordensstadt
2.04 Schloss Horneck

2.05 Bad Rappenau
2.06 Bad Rappenau – Kuranlagen
2.07 Heinsheim – Burgruine Ehrenberg – Schloss Heinsheim

2.08 Offenau

2.09 Bad Wimpfen
2.10 Wimpfen im Tal
2.11 Wimpfen am Berg
2.12 Ehemalige Kaiserpfalz

2.13 Bad Friedrichshall
2.14 Kochendorf – Greckenschloss
2.15 Wasserschloss Lehen
2.16 Hagenbach
2.17 Schloss Heuchlingen
2.18 Jagstfeld
2.19 Duttenberg – Burg Duttenberg
2.20 Untergriesheim

2.21 Oedheim

2.22 Möckmühl

2.23 Neckarsulm

2.24 Heilbronn
2.25 Kiliansplatz, Kilianskirche, Rathaus, Käthchenhaus
2.26 Weitere Sehenswürdigkeiten in Heilbronn

3 Jagsthausen – Rothenburg o. d. Tauber

4 Colmberg – Nürnberg

5 Erlangen – Heiligenstadt

6 Bamberg – Bayreuth

7 Cheb – Prag

 

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