5.03 Kirchen in Erlangen

Evangelisch-Reformierte Pfarrkirche (Hugenottenkirche)

Südlich vom Marktplatz und nahe beim Bahnhof öffnet sich der Hugenottenplatz mit der freistehenden Evangelisch-Reformierten Kirche, im Volksmund auch Hugenottenkirche genannt. Sie war das erste Gotteshaus, das die Hugenotten außerhalb Frankreichs errichteten. Markgraf Christian Ernst ließ sie in den Jahren von 1686 bis 1693 nach Plänen von Johann Moritz Richter bauen. Der 52 Meter hohe Turm wurde nach dreijähriger Bauzeit 1735 seiner Bestimmung übergeben. Die Hugenottenkirche gilt heute als der älteste erhalten gebliebene Zentralbau französischer Herkunft in Europa.

Kanzel und Abendmahltisch sind in dem ovalen Mittelschiff im Sinne der reformierten Liturgie zentral angeordnet. Beachtenswert ist die Loge, in der einst das Markgrafenpaar dem Gottesdienst beiwohnte. Die schlichte Innenausstattung unterbrechen nur zwei prächtige Stuckwerke: die erwähnte Kanzel (1700) und die wertvolle Barock-Orgel (1755 bis 1766) von Johann Niklas Richter. Andere Kunstgegenstände wie Decken-, Wand- oder Glasgemälde fehlen völlig. In unregelmäßigen Abständen finden in der Hugenottenkirche Musikveranstaltungen statt.

Neustädter Pfarrkirche (Universitätskirche)

Unweit der Hugenottenkirche befindet sich die evangelische Neustädter Pfarrkirche. Sie verdankt ihre Existenz einer wachsenden Zahl evangelisch-lutherischer Zuwanderer. Die Neustädter Pfarrkirche wurde zwischen 1720 und 1737 erbaut. Bis dahin hatte die 1826 entweihte Sophienkirche im Seminargarten der Ritterakademie der lutherisch-evangelischen Gemeinde als Pfarr- und Universitätskirche gedient. Die oberen Geschosse des in den Kirchenbau integrierten Turms wurden erst 1765 fertiggestellt. 1830 erhielt der Turm seinen heutigen Helm.

Die Neustädter Pfarrkirche stellt sich als zweigeschossiger Saalbau dar, der von einem halbrunden Chor nach Osten abgeschlossen wird. Der dreigeschossige Westturm wird von einem achteckigen Aufsatz bekrönt. Besonders sehenswert sind die Deckenfresken von Christian Leimberger aus den Jahren 1734 bis 1736. Sie zeigen fünf Bilder aus dem Leben Christi: Kreuzigung, Himmelfahrt, Geburt, Auge Gottes und Pfingstwunder. Prächtig wirkt auch der Kanzelaltar von 1744. Die zwölf Säulen symbolisieren die zwölf Apostel. Auf dem Kanzeldeckel, der als Baldachin gestaltet ist, ist die Krone des Landesherrn zu sehen. Das Altargemälde stammt von Martin Simon Gläser. Die Altarmensa ist der ehemaligen Konkordienkirche im Schlossgarten entnommen. Im Untergeschoss der Kirche befindet sich die Gruft der letzten Markgräfin von Erlangen, Sophie Caroline.

Altstädter Pfarrkirche (Dreifaltigkeitskirche)

Die evangelische Altstädter Pfarrkirche nimmt die Südostseite des Martin-Luther-Platzes ein. Das erste Gotteshaus an diesem Platz, das Maria geweiht war, wurde 1383 erstmals erwähnt und 1435 zur Pfarrkirche erhoben. Im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) wurde es von Forchheimer Truppen niedergebrannt. Der zweite Bau von 1655 war der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht. Sie fiel wie nahezu alle Häuser und Gebäude der Altstadt dem verheerenden Stadtbrand des Jahres 1706 zum Opfer. Zwischen 1709 und 1721 entstand die heutige Barockkirche nach Plänen von Gottfried von Gedeler. 

Die Altstädter Pfarrkirche gilt als Meisterwerk des Markgrafenstils. Sie ist eine Saalkirche mit dreiseitig geschlossenem Chor und einer nach dem Martin-Luther-Platz ausgerichteten Turmfassade. Der dreigeschossige Turm wird von einem achteckigen Aufsatz bekrönt. Auf den beiden Giebelseiten, links und rechts neben dem Turm, stehen Sandsteinstatuen der Markgrafen Christian Ernst und Georg Wilhelm, die Elias Räntz entworfen hat. Johann Georg Kannhäuser schuf die Stuckdecke im Inneren. Über dem Mittelportal befindet sich das brandenburgische Wappen. Unter den Ausstattungsstücken sind vor allem der Kanzelaltar mit Schnitzfiguren der Apostel Petrus und Paulus, und das Elfenbeinkruzifix (um 1690) sehenswert. Fünf Holzfiguren aus der Zeit um 1500 stammen vom Altar der ersten Vorgängerkirche. 

Martinskirche (Martinsbühler Kirche)

Die Martinskirche auf dem Martinsbühl ist die älteste Kirche von Erlangen. Auf ein hohes Alter verweist schon das Patronat des fränkischen Nationalheiligen. Die genaue Entstehungszeit der Martinskirche ist jedoch nicht bekannt. Sie dürfte aber aus karolingischer Zeit stammen. Sicher ist jedenfalls, dass sie bei der ersten urkundlichen Erwähnung von Erlangen im Jahre 1002 bereits existierte. Sie selbst wurde zusammen mit dem dazugehörigen Friedhof erstmals im Jahre 1288 urkundlich genannt. Erbaut wurde die Martinskirche außerhalb der Stadtmauern, westlich der ehemaligen Burg. In den Jahren 1745 und 1746 wurde sie grundlegend im Stil des Barock umgestaltet. Der Turm wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts neu aufgeführt. 

Die Martinskirche ist ein flachgedeckter Saalbau mit dreiseitigem Chorschluss. An drei Seiten befinden sich Emporen. Die Stuckverzierungen stammen wie auch der Kanzelaltar aus der Umbauzeit Mitte des 18. Jahrhunderts. Bemerkenswert ist der Schrein aus dem 15. Jahrhundert mit der Figur des Kirchenpatrons St. Martin.

Erlangen | Markgräfliches Schloss, Schlossgarten mit Orangerie und Botanischem Garten | Evangelisch-Reformierte Pfarrkirche (Hugenottenkirche), Neustädter Pfarrkirche (Universitätskirche), Altstädter Pfarrkirche (Dreifaltigkeitskirche)

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