5.06 Ebermannstadt, Fränkische Schweiz

Die Stadt

Ebermannstadt liegt im Städtedreieck Nürnberg, Bamberg, Bayreuth im unteren Wiesenttal. Verwaltungsmäßig gehört die Stadt zum Landkreis  Forchheim. Umgeben ist sie von langgestreckten, grünen Bergketten, felsigen Hügeln und schattigen Wäldern. Sie bildet den westlichen Eingangsbereich zum Ferien- und Erholungsgebiet "Fränkische Schweiz". Die Einwohner von Ebermannstadt bezeichnen ihre Stadt gerne auch als heimliche Hauptstadt der Fränkischen Schweiz.

Obwohl Ebermannstadt auf eine über 1000jährige Vergangenheit zurückblicken kann, ist es überschaubar geblieben und hat sich seinen ländlichen Charakter bewahrt. Durch die große Anzahl eingemeindeter Stadtteile (Breitenbach, Rothenbühl, Rüssenbach, Neuses, Poxstall, Niedermirsberg, Burg Feuerstein, Eschlipp, Gasseldorf, Kanndorf, Wohlmuthshüll, Buckenreuth, Moggast, Wolkenstein, Thorsmühle, Windischgaillenreuth, Burggaillenreuth) zählt Ebermannstadt insgesamt über 6700 Einwohner.

Der Stadtkern von Ebermannstadt mit seinen denkmalgeschützten Fachwerkhäusern und den beiden Scheunenvierteln sind Zeugen der Stadtgeschichte. Geschäfte, Cafés und Gaststätten laden zum Bummeln und Verweilen ein. Das Bestreben, den anerkannten Erholungsort schöner und attraktiver zu gestalten, die Gastlichkeit gegenüber Urlaubern und die gut geführte bodenständige Gastronomie wurden 1986 und 1990 im Wettbewerb "Gastliches Bayern" vom bayerischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium mit Anerkennungsurkunden belohnt. Heute gewinnt das Städtchen als Erholungs- und Tagungsort zunehmend an Bedeutung. Ein Wahrzeichen von Ebermannstadt ist das historische Wasserschöpfrad an der Wiesent aus dem Jahre 1606. Stadtführungen sind nach Vereinbarung möglich.

Die große Zahl ländlich geprägter Stadtteile ist für den Erholungsort Ebermannstadt eine willkommene Bereicherung, z. B. durch das Angebot "Ferien auf dem Bauernhof". Einige Dörfchen liegen im Tal, umgeben von saftigen Wiesen und blühenden Obstgärten, andere auf den waldreichen Höhen des fränkischen Jura. Dort gibt es noch den Bauernhof herkömmlicher Art mit Kühen, Pferden und Schweinen. Dort findet man noch den Dorfgasthof, wo man nach getaner Arbeit bei einem Glas Bier den Tag ausklingen lässt. Dort erlebt man auch noch das in Tradition und Heimatverbundenheit wurzelnde dörfliche Zusammenleben.

Zur Geschichte

Ausgrabungsfunde im Stadtbereich lassen auf eine vorgeschichtliche Besiedlung von Ebermannstadt schließen. Auf dem östlich gelegenen Kreuzberg wurden Hügelgräber entdeckt. Auf dem Burgstall befand sich eine keltische Wallanlage. Die eigentliche Entstehung des Ortes Ebermannstadt geht wahrscheinlich auf die Zeit vor 531 und vermutlich auf einen Thüringer namens Ebermar zurück. Die erste historisch gesicherte Urkunde von "Ebermarestad" stammt allerdings erst aus dem Jahre 981. Zu dieser Zeit gehörte der Ort zum Kloster St. Peter in Aschaffenburg.

Um 1200 kam Ebermannstadt in den Besitz der Herren von Schlüsselberg. 1323 erhielt der Ort durch Kaiser Ludwig den Bayern die Stadtrechte, mit denen das Recht verbunden war, einen Markt abzuhalten und den Ort zu befestigen. Nach der Aufteilung des schlüsselbergischen Besitzes im Jahre 1349 gelangte Ebermannstadt schließlich 1390 an das Hochstift Bamberg. Kirchlich gehörte der Ort im Mittelalter zu Pretzfeld, bevor er 1469 eigene Pfarrei wurde. In den verschiedenen Kriegen der vergangenen Jahrhunderte wurde Ebermannstadt häufig niedergebrannt und zerstört, von seinen Bürgern aber auch immer wieder aufgebaut.

Im Zuge der Säkularisation wurde 1803 das Hochstift Bamberg aufgelöst. Ebermannstadt wurde dem Königreich Bayern eingegliedert und erhielt den Sitz eines Landgerichts. 1862 wurde der Landkreis Ebermannstadt gegründet. Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg war geprägt von reger Bautätigkeit und der Aufnahme von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen. In kommunalpolitischer Hinsicht bedeutete die Gebietsreform im Jahre 1972 für Ebermannstadt einen schweren Einschnitt. Der Landkreis wurde aufgehoben und zahlreiche Ämter abgezogen.

Sehenswertes

Marienkapelle

Die Marienkapelle in der Altstadt wurde im 13. Jahrhundert erbaut. Der älteste Teil ist der als Wehrturm errichtete Kirchturm. Während der Grundbau gotisch ist, stammen Hochaltar und Kassettendecke aus dem Spätbarock. Im Innern sind Werke des in Ebermannstadt geborenen Bildschnitzers Friedrich Theiler zu bewundern wie beispielsweise die bekannte Strahlenmadonna aus dem 18. Jahrhundert.

Heimatmuseum

Seit 1923 gibt es in Ebermannstadt ein Heimatmuseum. Die Ausstellung widmet sich den Themengebieten Erdgeschichte, Alltagskultur und Handwerk, vor- und frühgeschichtliche Besiedlung des Raumes um Ebermannstadt, Stadtgeschichte sowie Leben und Werk des Bildhauers Friedrich Theiler (1748 bis 1826) aus Ebermannstadt. Zu den Exponaten gehören unter anderem für die Region typische Fossilien, darunter das Skelett eines 145 Millionen Jahre alten Fischsauriers, Keramikwaren, Möbel, Haushaltsgegenstände, Werkzeuge, Trachten, Urkunden, Waffen und Alltagsgegenstände. Wechselnde Sonderausstellungen ergänzen das Museumsangebot.
Öffnungszeiten: April bis Ende Oktober sonntags von 14 bis 16.30 Uhr und nach Vereinbarung

Museumsbahn

1974 wurde von eisenbahnbegeisterten Idealisten der Verein "Dampfbahn Fränkische Schweiz e. V." gegründet. Ziel war es, die 16 km lange Eisenbahnstrecke Ebermannstadt-Behringersmühle im Wiesenttal zu erhalten und einen historischen Zugbetrieb einzurichten. Mittlerweile besitzt die Dampfbahn Fränkische Schweiz viele neue Triebfahrzeuge und Waggons. Die beiden ältesten Dampfloks sind inzwischen über 75 Jahre alt. In der Zeit von Ostern bis Ende September kann man bei einem nostalgischen Ausflug eine reizvolle Landschaft und die Schönheiten der Natur erleben. 

Burg Feuerstein

Die Burg Feuerstein sieht auf den ersten Blick wie eine mittelalterliche Festung aus. Die Anlage wurde jedoch erst 1941 erbaut als Institut für Hochfrequenztechnik. Im Zweiten Weltkrieg wurden dort Kodiergeräte und elektronische Steuerungssysteme entwickelt und produziert. Die Tarnung als Burg funktionierte, denn das Gebäude wurde durch alliierte Bomber nicht zerstört. Seit 1946 ist es im Besitz der Erzdiözese Bamberg und dient als Tagungsort und Jugendbegegnungsstätte. Ökumene, Internationalität und Völkerverständigung werden hier groß geschrieben. Rund 20 000 Gäste nehmen jährlich an hauseigenen Schulungen, offenen kulturellen Veranstaltungen, Sprachkursen und kirchlichen Arbeitskreisen teil. An Räumlichkeiten stehen Schlafräume mit 190 Betten, Gruppenräume, ein großer Saal für bis zu 200 Personen, Medienräume, ein Werkraum, eine Tischtennishalle, eine Kegelbahn, drei Zeltplätze und Sportplätze zur Verfügung. Ein interessanter Bau ist die 1961 geweihte moderne Kirche mit riesigen Glasfenstern und einer Krypta.

Fränkische Fliegerschule Feuerstein

Unweit der Burg Feuerstein auf der 510 m. ü. M. gelegenen "Langen Meile" befindet sich seit 1952 die Fränkische Fliegerschule Feuerstein. Sie bietet täglich Rundflüge auf Motorflugzeugen, Motorseglern, Segelflugzeugen und Ultraleichtflugzeugen an. Außerdem können Interessierte auch an Ausbildungslehrgängen teilnehmen.

Kreuzberg

Etwa 2 km östlich der Ortsmitte von Ebermannstadt erhebt sich der 499 Meter hohe Kreuzberg. Von hier aus kann man eine schöne Aussicht über das Wiesenttal genießen. Auf dem jäh abstürzenden Felsvorsprung steht ein Kreuz, um das sich eine Sage rankt:

Vor vielen hundert Jahren klopfte es in stockfinsterer Nacht an das Tor des Pfarrhauses von Ebermannstadt. Davor stand ein Bote, der den Pfarrer zu einer mit dem Tode ringenden Frau rief, die in einem Dorf auf der Hochebene wohnte. Der Priester folgte der Bitte, und, geführt von dem Boten, erreichte er nach einem beschwerlichen Aufstieg die Todkranke und gab ihr die letzte Wegzehrung. Als er jedoch den Heimweg antrat, hatte sich der Himmel mit schwarzen Wolken zugezogen, und ein schwerer Sturm erhob sich. Der nächtliche Wanderer sah weder Weg noch Steg und kam im niederprasselnden Regen nur langsam vorwärts. Plötzlich wurde er jedoch durch einen grellen Blitzschlag gehemmt, der für einen kurzen Augenblick die Umgebung erhellte. In dessen Lichte sah der Priester, dass er am äußersten Ende einer jäh abfallenden Felswand stand. Wenige Schritte weiter und er wäre in den Abgrund gestürzt. Da ihm der steile Felsen bekannt war, fand er nun wieder auf den rechten Weg und kehrte glücklich in das Pfarrhaus zurück. Zum Dank für seine wundersame Errettung ließ er auf dem Felsen ein Kreuz errichten, das in den folgenden Generationen immer wieder erneuert wurde und auch heute noch von der hohen Warte auf das Städtchen Ebermannstadt hinab schaut.

Freizeitangebote

Rund um Ebermannstadt besteht ein gut markiertes Wanderwegenetz mit einer Gesamtlänge von über 200 km. Ergänzt wird das Wanderangebot durch einen Naturlehrpfad am nördlichen Stadtrand, den landschaftlichen Lehrpfad "Grüner Pfad", geführte Wanderungen und das Angebot "Wandern ohne Gepäck". 

Im Erlebnisbad am Weichselgarten sorgen Wildbach, Wasserfall und Unterwasserbach mit Massagedüsen, Riesenrutsche und Kinderbecken mit Schiffchenkanal und künstliche Felsen für Vergnügen bei großen und kleinen Besuchern. 

Auch Golfer kommen in Ebermannstadt voll auf ihre Kosten. Im Stadtteil Kanndorf gibt es einen 18-Loch-Golfpatz. Reiten wird von mehreren Reiterhöfen in den Stadtteilen angeboten. Das Fliegen kann man bei der erwähnten Fliegerschule Feuerstein erlernen. Weitere Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen, findet man im Sport- und Freizeitzentrum mit 9 Tennisplätzen (Rotsandplätze), zwei Bundeskegelbahnen, einem Schützenheim sowie Spiel- und Bolzplätzen für die Jüngeren. 

Zu den Höhepunkten im Fest- und Veranstaltungskalender von Ebermannstadt gehören das Altstadtfest auf dem Marktplatz  Mitte August, die beiden Kirchweihfeste im September und Oktober mit den dazu gehörenden Bräuchen wie das Kirchweihbaumaufstellen oder das Eingraben der Kirchweih sowie die Lichterserenade am ersten Samstag im August. Bei der Lichterserende verwandeln über 10 000 mit Kerzen bestückte Papierschiffchen die Wiesent bei Anbruch der Dunkelheit in ein Lichtermeer. Religiöses Brauchtum wird beim traditionellen Stephanusritt mit Segnung der Pferde Ende Juni im Stadtteil Moggast gepflegt. 

Burgenstraße

 

 

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Burgenstraße

1 Mannheim – Neckarzimmern

2 Haßmersheim – Heilbronn

3 Jagsthausen – Rothenburg o. d. Tauber

4 Colmberg – Nürnberg

5 Erlangen – Heiligenstadt

5.01 Erlangen
5.02 Markgräfliches Schloss
5.03 Kirchen in Erlangen

5.04 Forchheim
5.05 Kaiserpfalz

5.06 Ebermannstadt

5.07 Wiesenttal
5.08 Burgruine Neideck
5.09 Burgruine Streitberg

5.10 Gößweinstein
5.11 Burg Gößweinstein
5.12 Wallfahrtskirche zur Heiligen Dreifaltigkeit

5.13 Pottenstein
5.14 Burg Pottenstein
5.15 Teufelshöhle

5.16 Waischenfeld
5.17 Burgruine Waischenfeld
5.18 Burg Rabeneck
5.19 Burg Rabenstein

5.20 Aufseß
5.21 Schloss Aufseß

5.22 Heiligenstadt
5.23 Burg Greifenstein

6 Bamberg – Bayreuth

7 Cheb – Prag

 

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