5.10 Gößweinstein an der Wiesent, Fränkische Schweiz

Die Stadt

Der viel besuchte Wallfahrts- und Luftkurort Gößweinstein befindet sich im Herzen des Naturparks Fränkische Schweiz. Mit den Stadtteilen Behringersmühle, Allersdorf, Etzdorf, Hardt, Hartenreuth, Hühnerloh, Kleingesee, Kohlstein, Leutzdorf, Moritz, Morschreuth, Moschendorf, Sachsendorf, Sattelmannsburg, Stadelhofen, Türkelstein, Unterailsfeld, Ühleinshof, Wichsenstein und Wölm zählt er etwa 4500 Einwohner. Verwaltungsmäßig gehört er zum Landkreis Forchheim. Während Gößweinstein selbst auf der Hochfläche über dem Wiesenttal gelegen ist, liegt das zum Sommerurlaub geschätzte Behringersmühle an der Vereinigung der Täler von Wiesent, Püttlach und Ailsbach.

Die kulturhistorisch bedeutendsten Bauten des Städtchens sind die über 900 Jahre alte Burg und die Dreifaltigkeitskirche. Burg Gößweinstein soll angeblich Richard Wagner als Motiv für seine Oper Parsival gedient haben. Jedenfalls gehört er neben Viktor von Scheffel, dem Verfasser des Frankenlieds, zu den berühmtesten Persönlichkeiten, die den Ort besucht haben. Nach Viktor von Scheffel ist ein Gasthof in Gößweinstein benannt.

Abwechslungsreich und reizvoll ist auch die Umgebung von Gößweinstein mit ihren Höhlen, Mühlen und vielen Aussichtspunkten. Vor allem zwei landschaftliche Merkmale aus der reizvollen Palette der Fränkischen Schweiz ragen besonders hervor, die tief eingeschnittenen Täler mit ihren klaren Bächen und Flüsschen, zum anderen die waldumsäumten Höhen mit ihren weiten Kornfeldern, Äckern und Obstgärten.

Zur Geschichte

Gößweinstein wurde angeblich von einem Grafen Goswin aus dem Hause Höchstadt-Stahleck im 11. Jahrhundert gegründet. 1076 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Bei einer weiteren Erwähnung aus dem Jahre 1160 befand er sich bereits im Besitz des Hochstifts Bamberg, in dem er, abgesehen von einer längeren Phase im 13. und 14. Jahrhundert als schlüsselbergischer Besitz und einer kurzen Phase der Zugehörigkeit zur Markgrafschaft Ansbach-Bayreuth während des zweiten Markgrafenkriegs (1553), bis zum beginnenden 19. Jahrhundert blieb.

Schon früh machte sich Gößweinstein als Wallfahrtsstätte überregional einen Namen. Die Anfänge der Wallfahrt lassen sich nicht mehr genau nachweisen. Vieles spricht jedoch dafür, dass sie um 1240 entstanden ist. Zu dieser Zeit ließ Konrad I. von Schlüsselberg hier eine Kirche errichten. Spätestens seit dem 16. Jahrhundert aber gilt Gößweinstein bis heute als der bedeutendste Dreifaltigkeits-Wallfahrtsort in Deutschland. Im 18. Jahrhundert wurde auf Grund der großen Pilgermassen ein Kirchenneubau notwendig. Es entstand die heutige Barockbasilika.

1723 wurde in Gößweinstein ein Kapuzinerkloster gestiftet, das das seltene Glück hatte, im Zuge der Säkularisation nicht aufgehoben zu werden. Es wurde 1828 in ein Franziskanerkloster umgewandelt. Mit der Auflösung des Hochstifts Bamberg zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde Gößweinstein dem Königreich Bayern einverleibt.

Sehenswertes

Burg Gößweinstein

Wallfahrtskirche zur Heiligen Dreifaltigkeit

Klosterkirche

Das 1723 von Graf Lothar Franz von Schönborn gestiftete Kapuzinerkloster wurde im frühen 19. Jahrhundert als Aussterbekloster aufrecht erhalten, bevor es 1828 den Franziskanern übergeben wurde, die noch heute in Gößweinstein ansässig sind. Die Klosterkirche St. Maria wurde bereits 1631 durch Fürstbischof Fuchs von Dornheim als Friedhofskapelle in nachgotischen Formen errichtet. Nach der Gründung des Kapuzinerklosters wurde der nüchterne viereckige Mönchschor angebaut.

Im Mönchschor befindet sich eine sehenswerte Kreuzigungsgruppe aus der zweiten Hälfe des 18. Jahrhunderts. An der Außenwand des Chores ist das Grabdenkmal der Familie von Mengersbach aus dem Jahre 1588 angebracht. Westlich schließt sich die zum Friedhof offene Dreifaltigkeitskapelle an. Hier wurde in früherer Zeit die Messe auf offenem Feld gelesen, wenn die Wallfahrtskirche die große Zahl an Pilgern nicht aufnehmen konnte.

Heimatkundliche Sammlung im Haus des Gastes

Wertvolle Sammlungen von Stichen, Urkunden und Bildern aus der Fränkischen Schweiz werden im Haus des Gastes gezeigt. Darüber hinaus werden auch Trachten, Hausrat, eine Bauernstube und geologische Funde ausgestellt.

Spielzeugmuseum

Das Spielzeugmuseum in Gößweinstein ist in einem denkmalgeschützten Gebäude von 1834 in der Nähe der bekannten Wallfahrtsbasilika untergebracht. Es zeigt überwiegend Exponate aus der Zeit bis in die 1960er Jahre. Bei einem Rundgang sind unter anderem Puppen und Puppenküchen, Teddys, Figuren, Blechspielzeug und Metallbaukästen zu sehen.

Scheffel-Zimmer

Zum Gedenken an den Sänger und Dichter der Fränkischen Schweiz, Viktor von Scheffel, der 1883 im Gasthof Distler weilte, wurde in dem Gasthaus ein Zimmer eingerichtet. Rund 100 Gedichte, Bilder und Artikel erinnern an den Künstler. Der Gasthof trägt heute ebenfalls den Namen Scheffels.

Museumsbahn (Behringersmühle)

1974 wurde von eisenbahnbegeisterten Idealisten den Verein "Dampfbahn Fränkische Schweiz e. V." gegründet. Ziel war es, die 16 km lange Eisenbahnstrecke Ebermannstadt-Behringersmühle im Wiesenttal zu erhalten und einen historischen Zugbetrieb einzurichten. Mittlerweile besitzt die Dampfbahn "Fränkische Schweiz" viele neue Triebwagen und Waggons. Die beiden ältesten Dampfloks sind inzwischen über 75 Jahre alt. In der Zeit von Ostern bis Ende September kann man bei einem nostalgischen Ausflug von Behringersmühle nach Ebermannstadt eine reizvolle Landschaft und die Schönheiten der Natur erleben.  

Freizeitangebote

Die einzigartige Landschaft der Fränkischen Schweiz lädt zu reizvollen und ausgiebigen Wanderungen und Fahrradtouren an kilometerlangen Wegen ein. Anderweitige Möglichkeiten zur körperlichen Betätigung wie Tennis, Golf, Reiten, Schwimmen, Kanu- und Paddelbootfahren, Angeln, Sommer-Eisstockschießen u. v. m. findet man in Gößweinstein und der näheren Umgebung ebenfalls.

Gößweinstein | Burg Gößweinstein | Wallfahrtskirche zur Heiligen Dreifaltigkeit

Burgenstraße

 

 

.

Burgenstraße

1 Mannheim – Neckarzimmern

2 Haßmersheim – Heilbronn

3 Jagsthausen – Rothenburg o. d. Tauber

4 Colmberg – Nürnberg

5 Erlangen – Heiligenstadt

5.01 Erlangen
5.02 Markgräfliches Schloss
5.03 Kirchen in Erlangen

5.04 Forchheim
5.05 Kaiserpfalz

5.06 Ebermannstadt

5.07 Wiesenttal
5.08 Burgruine Neideck
5.09 Burgruine Streitberg

5.10 Gößweinstein
5.11 Burg Gößweinstein
5.12 Wallfahrtskirche zur Heiligen Dreifaltigkeit

5.13 Pottenstein
5.14 Burg Pottenstein
5.15 Teufelshöhle

5.16 Waischenfeld
5.17 Burgruine Waischenfeld
5.18 Burg Rabeneck
5.19 Burg Rabenstein

5.20 Aufseß
5.21 Schloss Aufseß

5.22 Heiligenstadt
5.23 Burg Greifenstein

6 Bamberg – Bayreuth

7 Cheb – Prag

 

www.strasse-online.de

© 2000-2016 www.burgen.strasse-online.de | E-Mail | Impressum Alle Rechte vorbehalten. Änderungen vorbehalten. Ohne Gewähr.
Stand: Thursday, 31. March 2016 - URL dieser Seite: http://burgen.strasse-online.de/5-erlangen-heiligenstadt/5-10-goessweinstein/index.html