5.11 Burg Gößweinstein an der Wiesent, Fränkische Schweiz

Burg Gößweinstein

"Wer dich, o Goswinstein, erbaut,
der brauchte manch Pfund Heller...
Sigiza, alte Knappenbraut,
führ uns zum steilen Söller!"

So dichtete Viktor von Scheffel beim Anblick der Burg Gößweinstein, die als einer der landschaftlichen Glanzpunkte der Fränkischen Schweiz gilt. Stolz ragt sie über Gößweinstein auf einem steilen, nach drei Seiten schroff ins Tal abfallenden Felsen in die Höhe. Aufgrund ihrer exponierten Lage beherrscht sie nicht nur das Wiesenttal, sondern auch die zu ihren Füßen einmündenden Täler des Ailsbaches und der Püttlach. Der erwähnte steile Söller im Norden des Burggeländes vermittelt als Aussichtspunkt eine einmalige Nah- und Fernsicht.

Zur Geschichte

Die Burg Gößweinstein stammt vermutlich aus dem 11. Jahrhundert. Aus einer Quelle geht hervor, dass 1076 Bischof Burkhard von Halberstadt nach dem Sieg König Heinrichs IV. über die aufständischen Sachsen hier gefangen gehalten wurde. Um 1100 gelangte die Anlage durch Schenkung in den Besitz des Hochstifts Bamberg. Als Burgherren setzten die Bischöfe von Bamberg die Herren von Schönfeld ein, die sich den Namen der Burg als Familienname zu eigen machten. Vor 1243 musste Burg Gößweinstein an Eberhard V. von Schlüsselberg verpfändet werden. 1308 fiel sie jedoch als Erbschaft wieder an ihren früheren Besitzer zurück und wurde Amtssitz des Hochstifts Bamberg.

Sowohl im Bauernkrieg 1525 als auch im Markgrafenkrieg 1553 wurde Burg Gößweinstein zerstört und jeweils wieder aufgebaut. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde sie einer umfassenden Renovierung unterzogen. Der noch Ende des 16. Jahrhunderts nachgewiesene Bergfried wurde abgebrochen. Erneute Umbaumaßnahmen erfolgten nach einem Blitzschlag im Jahre 1690, der die Burg beschädigte. In diesem Zusammenhang wurde auch der Scheckenturm im Nordosten der Anlage errichtet. Nach dem Umzug des Burgvogts 1731 nach Pottenstein diente Burg Gößweinstein nur noch als Jägerwohnung und Getreidespeicher. Erst 1770 wurde sie durch die Trennung der Vogteien erneut Vogtssitz. 15 Jahre später zog man einen Abbruch der Anlage in Erwägung. Der Gedanke wurde aber nicht realisiert.

Im Zuge der Säkularisation wurde das Hochstift Bamberg aufgehoben und Burg Gößweinstein gelangte 1803 in bayerischen Staatsbesitz. Sie wurde Sitz eines Rentamtes. 1875 erwarb sie Edgar Freiherr von Sohlern, der sie 1890 im Stil der Neugotik umgestalten ließ. Dabei erhielt der Schneckenturm sein vorkragendes Obergeschoss und den Zinnenkranz. Die Nachkommen Edgar von Sohlerns bewohnen noch heute die Burg und kümmern sich um ihren Erhalt. Durch häufigen Um- und Neuaufbau hat sich der ursprünglich mittelalterlichen Charakter stark verändert.

Die Anlage

In der Nähe der Eingangspforte in der südwestlichen Ringmauer steht ein überdachter Wehrturm mit Schießscharten. Über einen weiteren Durchlass in einem rechtwinklig zur Ringmauer stehenden Mauerstück gelangt man in den Burghof. Dort befindet sich ein 40 Meter tiefer Brunnen. Das Hauptgebäude, Wohnhaus und Palas, ist im Ursprung ein gotischer Bau, der Ende des 19. Jahrhunderts seine jetzige Gestalt erhielt. Die Südwest- und die Südostfront des Palas zieren zwei hölzerne Erker.  Nördlich an das mit einem Treppengiebeldach versehene Wohnhaus schließt sich ein kleineres Nebengebäude an, das an seiner Nordseite durch die Burgkapelle abgeschlossen wird. 

Die schlanke Form des zinnengekrönten Turmes der Burg (Schneckenturm) lässt den Schluss zu, dass es sich hierbei nicht um den Bergfried handelte, sondern wahrscheinlich um einen Torschutz, der erst später zu einem Turm ausgebaut worden war. Er weist eine Höhe von 17 m auf. Zwischen Kapelle und Wohngebäude liegt das 7 m tiefe und 5 m breite Burgverlies, in das die Gefangenen nur durch einen schmalen Durchlass an der Decke hinunter gelassen werden konnten. 

Im Innern der Anlage sind im Erdgeschoss zwei Räume sowie der Hausflur und das Treppenhaus zur Besichtigung freigegeben. Zu sehen sind hier eine romanische Kemenate mit handgeschnitzten Möbeln und zahlreichen Waffen an den kunstvoll vertäfelten Wänden. Besichtigt werden können auch das Verlies und die Burgkapelle Die Burgkapelle ist unter anderem mit Wandgemälden und Skulpturen der Heiligen Maria und Florian ausgestattet.

Burg Gößweinstein ist in den Sommermonaten bei gutem Wetter täglich zwischen 10 und 18 Uhr für den Publikumsverkehr geöffnet. Der Zugang erfolgt über den erst im 19. Jahrhundert angelegten Burgweg (ca. 5 Gehminuten). Parkmöglichkeiten sind ausreichend nahe der Burg in Gößweinstein vorhanden.
Öffnungszeiten: Ostern bis Ende Oktober täglich 10 bis 18 Uhr

Gößweinstein | Burg Gößweinstein | Wallfahrtskirche zur Heiligen Dreifaltigkeit

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