5.14 Burg Pottenstein, Fränkische Schweiz

Burg Pottenstein

Hoch oben über Pottenstein ragt auf dem mächtigen Dolomitfelsblock des Schlossberges die Burg Pottenstein empor. Dem Besucher bietet sich neben dem Eindruck einer gut erhaltenen mittelalterlichen Burganlage ein schöner Burggarten, von dem man eine herrliche Aussicht über Pottenstein und die Landschaft der Fränkischen Schweiz hat.

Zur Geschichte

Vermutlich entstand Burg Pottenstein bereits vor 1000. Anlass war ein Befehl König Konrads I. auf einem Reichstag zu Forchheim 918, eine Befestigung gegen die Magyaren und Slawen zu bauen. Sie sollte der Sicherung des Gebiets zwischen Obermain und Pegnitz dienen. Mangels männlicher Nachkommen vermachte der 1070 erwähnte Besitzer, Pfalzgraf Botho von Kärnten, vor seinem Tod im Jahre 1104 die Burg dem Hochstift Bamberg. 1112 wurde sie fürstbischöflicher Amtssitz. In den Jahren 1118 und 1121 ist ein Aufenthalt Bischof Ottos I. von Bamberg nachgewiesen. Zur Verwaltung des Amtssitzes wurde von den Bamberger Bischöfen ein Ministerialengeschlecht eingesetzt, das sich nach der Burg benannte. Der älteste bekannte Vertreter des Geschlechts war Wezelo von Pottenstein.

1128 konnte Burg Pottenstein erstmals beim Überfall des staufischen Herzogs Friedrich von Schwaben ihre Tauglichkeit als Wehranlage beweisen. Während der Ort zerstört wurde, blieb die Burg unbeschädigt. 1227/28 diente sie für einige Monate der von der Wartburg vertriebenen und 1235 heilig gesprochenen Landgräfin Elisabeth von Thüringen († 1231) als Zufluchtsstätte. Im Bauernkrieg 1525 wurde sie von Aufständischen besetzt. Vor dem Niederbrennen konnte sie nur gerettet werden durch einen eindringlichen Aufruf des Bürgermeisters und Stadtrates, in dem sie die führenden Leute der Bauern ermahnten, von ihrem Vorhaben abzusehen, da sonst auch sie Übergriffen der Markgrafen und der Stadt Nürnberg schutzlos ausgeliefert wären.

Im zweiten Markgrafenkrieg 1552/1553 wurde Burg Pottenstein schließlich doch vom Schicksal heimgesucht. Bei der Beschießung und Einnahme durch markgräfliche Truppen wurden Teile der Anlage in Schutt und Asche gelegt. Insgesamt soll dabei ein Schaden von rund 20 000 Gulden entstanden sein. Im Anschluss an die kriegerischen Auseinandersetzungen wurde die Burg wieder aufgebaut. Im Zuge dieser Baumaßnahmen erhielt sie im wesentlichen ihr heutiges Erscheinungsbild. Einem Angriff der Schweden konnte sie im Dreißigjährigen Krieg wieder erfolgreich widerstehen. Trotzdem die Anlage im 18. Jahrhundert mehrfach instandgesetzt wurde, wurde der Amtssitz des Hochstifts Bamberg 1748 in den Ort Pottenstein verlegt.

Nachdem Burg Pottenstein im Zuge der Säkularisation 1803 an das Königsreich Bayern gefallen war, stand sie einige Jahrzehnte leer. Ein allmählicher Verfall setzte ein. Erst der Apotheker Dr. Kleemann aus Nürnberg, der die Anlage 1878 erwarb, ließ die verbliebenen Gebäude wieder restaurieren. Heutige Eigentümer der Burg Pottenstein sind die Freiherren von Wintzingerrode. Sie führen auch ein Burgmuseum.

Die Anlage

Die Burg Pottenstein besteht aus einer unteren und einer oberen Burg. Der Unterburg war im Osten ein Halsgraben vorgelagert. Im unteren Burghof befindet sich ein Burgbrunnen und ein 16 m langes und 7,50 m breites Gebäude. Es ist das ehemalige Vogteihaus. Vom unteren Burghof führt eine Gangtreppe auf die obere Burg zum dortigen 22,50 m langen und 8 m breiten zweigeschossigen Palas. Neben dem Hauptgebäude ist eine quadratische Zisterne zu sehen. Am Westrand des Burggeländes liegt das ehemalige Zeughaus aus dem Jahre 1581. Der im 11. Jahrhundert entstandene Bergfried, von dem jedoch nichts mehr erhalten ist, befand sich südöstlich des Hauptgebäudes.

Burgmuseum

Ein Teil der Burg Pottenstein ist als Burgmuseum der Öffentlichkeit zugänglich. Zu besichtigen sind der Palas mit Rittersaal, Rotem Salon und Elisabethenzimmer, das Brunnenhaus und die Zehntscheune. Im Brunnenhaus sind volkskundliche Objekte, Porzellan-, Glas- und Keramikwaren ausgestellt. In der Zehntscheune befinden sich eine Bilderausstellung, eine Ausstellung über das Zehntwesen, und eine Ausstellung zur neueren Geschichte der Burg Pottenstein. Zu den weiteren Ausstellungsstücken gehören vor- und frühgeschichtliche Funde sowie eine Waffensammlung.
Öffnungszeiten: Mai bis Oktober dienstags bis sonntags 10 bis 17 Uhr

Pottenstein | Burg Pottenstein | Teufelshöhle

Burgenstraße

 

 

.

Burgenstraße

1 Mannheim – Neckarzimmern

2 Haßmersheim – Heilbronn

3 Jagsthausen – Rothenburg o. d. Tauber

4 Colmberg – Nürnberg

5 Erlangen – Heiligenstadt

5.01 Erlangen
5.02 Markgräfliches Schloss
5.03 Kirchen in Erlangen

5.04 Forchheim
5.05 Kaiserpfalz

5.06 Ebermannstadt

5.07 Wiesenttal
5.08 Burgruine Neideck
5.09 Burgruine Streitberg

5.10 Gößweinstein
5.11 Burg Gößweinstein
5.12 Wallfahrtskirche zur Heiligen Dreifaltigkeit

5.13 Pottenstein
5.14 Burg Pottenstein
5.15 Teufelshöhle

5.16 Waischenfeld
5.17 Burgruine Waischenfeld
5.18 Burg Rabeneck
5.19 Burg Rabenstein

5.20 Aufseß
5.21 Schloss Aufseß

5.22 Heiligenstadt
5.23 Burg Greifenstein

6 Bamberg – Bayreuth

7 Cheb – Prag

 

www.strasse-online.de

© 2000-2016 www.burgen.strasse-online.de | E-Mail | Impressum Alle Rechte vorbehalten. Änderungen vorbehalten. Ohne Gewähr.
Stand: Thursday, 31. March 2016 - URL dieser Seite: http://burgen.strasse-online.de/5-erlangen-heiligenstadt/5-14-burg-pottenstein/index.html