5.17 Burgruine Waischenfeld, Fränkische Schweiz

Burgruine Waischenfeld

Die Burgruine Waischenfeld auf einer Dolomitfelsgruppe westlich des gleichnamigen Städtchens. Zu erreichen ist sie über einen Fußweg von Waischenfeld aus, der durch eine Einsenkung im südlichen Bereich der Burganlage führt. 

Zur Geschichte

Die Ursprünge der Burg Waischenfeld reichen ins 12. Jahrhundert zurück. Damals war sie im Besitz der Edelfreien von Waischenfeld. 1112 trat Wirint von Waischenfeld, der von Papst Gregor VII. mit der Exkommunikation bedroht und wohl auch mit dem Kirchenbann belegt worden war, weil er die zu unrecht empfangene Kirchenlehen des Bistums Bamberg nicht zurückgegeben hatte, aus Reue in das Kloster Michelsberg ein. Sein Enkel Ulrich von Waischenfeld, der letzte Vertreter seines Geschlechts, blieb ohne Erben. Nach dessen Tod gelangten Burg und Herrschaft Waischenfeld in den Besitz Eberhards III. von Greifenstein, der südlich des Ortes die Burg Schlüsselberg erbaut hatte und sich ab 1219 selbst Eberhard von Schlüsselberg nannte. Burg Waischenfeld war für die Schlüsselberger von eher geringer militärstrategischen Bedeutung. 1243 verpfändeten sie vorübergehend die Burg an das Hochstift Bamberg

Nach dem Aussterben des Geschlechts der Schlüsselberger ging Burg Waischenfeld in bambergischen Besitz über. Die Bischöfe von Bamberg richteten hier ein Amt ein. Im Gegensatz zu der Ortschaft blieb die Festungsanlage bis zum zweiten Markgrafenkrieg unbeschädigt. 1553 wurde sie erstmals von markgräflichen Truppen niedergebrannt. Ab 1580 erfolgten umfangreiche Neu- und Umbauten zu einer repräsentativen Renaissanceanlage. Wichtigste Baumaßnahme war die Errichtung des so genannten Oberamtsschlosses. Spurlos ging auch der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) nicht an Burg Waischenfeld vorbei. 1633 wurden bei einem Angriff der Schweden mehrere Gebäude beschädigt. Eingenommen werden konnte die Burg jedoch nicht. Das gesamte 17. Jahrhundert war gekennzeichnet von Ausbauten und Verbesserungen der Gebäude und Befestigungsanlagen. 

1796 fügten französische Revolutionstruppen der Burganlage erhebliche Schäden zu, die in der Folgezeit nicht mehr ausgebessert wurden. Wenige Jahre später wurde sie vom Königreich Bayern übernommen. 1815 diente das Obergeschoss des Oberamtsschlosses als Getreidespeicher. Das untere Geschoss wurde an einen Landwirt verpachtet. Der alte Palas wurde dagegen weitgehend abgerissen. 1876 veranlasste die Gemeinde Waischenfeld den Abbruch der zwar ruinösen, aber noch erheblichen Bausubstanz. Als Ganzes übriggeblieben sind bis heute noch das Neue Schloss und ein Rundturm, der so genannte "Steinerne Beutel". 

Die Anlage

Burg Waischenfeld hatte sich in den vergangenen Jahrhunderten zu einem komplizierten Verteidigungssystem, bestehend aus einer Hauptburg und verschiedenen Nebenburgen, entwickelt. Der Kern der Burg war anfänglich auf zwei durch einen Spalt von wenigen Metern getrennte Felsen beschränkt. Der übrige Teil der Anlage, die sich westlich anschließt, ist eine Erweiterung. Heute stellt sie den eigentlichen Burghof dar, der im Norden durch das Neue Schloss, im Westen und Süden durch eine mächtige, gut erhaltene Ringmauer mit zwei Rundtürmen begrenzt ist. 

Das Neue Schloss ist ein schlichter, rechteckiger, zweigeschossiger Bau aus dem 16. Jahrhundert. Auf dem nördlichen Nachbarplateau erhebt sich der "Steinerne Beutel", ein Rundturm mit Zeltdach, der aus Buckelquadern erbaut ist, zwei Geschosse hat und schmale Fensterschlitze aufweist. Woher er seinen Namen hat, ist nicht mehr nachweisbar. Heute gilt er als das Wahrzeichen von Waischenfeld. Vom mittelalterlichen Palas stehen an der Ost- und Südseite noch einige Mauerreste. Die Unterburg befand sich im Bereich der heutigen Pfarrkirche St. Johannes der Täufer

Heimatmuseums

Im Dachgeschoss der Burg ist das Waischenfelder Heimatmuseum untergebracht. Es wurde beim Umbau der mittelalterlichen Anlage 1982 zum "Haus des Gastes" eingerichtet. Im Jahre 1997 erfuhr es anlässlich des 650jährigen Schlüsselbergerjubiläums eine Umgestaltung mit dem besonderen Augenmerk auf die Infrastruktur einer Kleinstadt im Mittelalter. Nachgestellte Metzger- und Bäckerläden sowie die Nachbildung einer Badstube vermitteln ein anschauliches Bild jener Zeit. Es gibt auch eine urige Burgschenke. 
Öffnungszeiten: Täglich 11 bis 18 Uhr

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