3.04 Götzenburg in Jagsthausen an der Jagst,
Limesstraße
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Das Alte Schloss, das älteste der drei Schlösser in Jagsthausen und nach seinem berühmt gewordenen früheren Bewohner Götz von Berlichingen auch Götzenburg genannt, liegt in der Mitte des ehemaligen römischen Limes-Kastells. Noch heute ist die Anlage im Besitz der Familie von Berlichingen. Sie beherbergt ein Burgmuseum und ein Burghotel. Darüber hinaus ist sie Schauplatz der jährlich stattfindenden Götzenspiele (Burgfestspiele). Umgeben ist die Götzenburg von Wald und Wiesen, die zu erholsamen Spaziergängen einladen. Zur Geschichte Die Götzenburg ging aus einer Wasserburg des Ortsadels, der Herren von Hausen, hervor. Der zweiflügelige Kernbau der heutigen Anlage entstand im 15. und 16. Jahrhundert, als sich die Burg bereits im Besitz der Familie von Berlichingen befand. 1480 erblickte Götz von Berlichingen (1480 bis 1562), der "Ritter mit der eisernen Faust", in ihren Mauern das Licht der Welt. Im Laufe ihrer Geschichte wurde die Götzenburg mehrmals umgebaut. Die größte Umgestaltung erfolgte zwischen 1876 und 1878 nach den Entwürfen des Ulmer Münsterbaumeisters August von Beyer. Im Zuge dieser Maßnahmen wurden auch der Torturm und der Südflügel in neugotischen Formen erbaut. Gleichzeitig entstand um die Anlage herum ein weitläufiger Park. Die Anlage Die Götzenburg präsentiert sich dem Besucher als malerische Anlage, deren Gebäude einen romantischen mittelalterlichen Hof umschließen. Die östliche Seite nimmt der Palas ein. Im Innern des mit Staffelgiebeln geschmückten Hauptgebäudes befindet sich unter anderem der Rittersaal. An den Palas schließt sich im südlichen Bereich das so genannte Frauenhaus mit Kemenate an. Westlich davon erhebt sich der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaute Torturm, durch den man in den Innenhof der Burg gelangt. Zwischen Palas und Südflügel tritt der Bergfried hervor. Nördlich des Hofes befindet sich ein Anbau für Dienstboten. Er wird von zwei gewaltigen, achteckigen Ecktürmen eingerahmt. Die Götzenburg umgibt ein Park mit romantischer Ruinenarchitektur des 19. Jahrhunderts. Burgmuseum In dem einen der beiden Ecktürme, nämlich in dem, der sich über der Jagst erhebt, hat man ein Burgmuseum eingerichtet. Es zeigt Funde aus dem Limes-Kastell und der römischen Zivilsiedlung, vor allem aber Waffen und andere Relikte, die an Götz von Berlichingen, erinnern, also an den Mann, dessen Lebensbeschreibung Johann Wolfgang von Goethe zu seinem Drama inspirierte. Das Prunkstück unter den Souvenirs ist das Original der eisernen Hand. Die eiserne Prothese ersetzte die rechte Hand des stolzen Ritters, die er 1504 im Landshuter Erbfolgekrieg verloren hatte. Schon im 18. Jahrhundert sammelten sich im berlichingenschen Archiv Jagsthausen Gegenstände aus dem Familienbesitz
an. In das erwachende Nationalbewusstsein während des Siebenjährigen Krieges fiel dann
in diesem Sinne das bekannte Drama von Goethe, das Götz von Berlichingen ein
unsterbliches Denkmal setzte. Freifrau Franziska von Berlichingen erwarb in ihrer
Begeisterung die eiserne Hand, die inzwischen in einen anderen Besitz übergegangen war,
und übergab sie dem Grafen Joseph von Berlichingen. Dieser verleibte sie der
Familiensammlung ein und erklärte sämtliche Gegenstände zum unveräußerlichen Besitz
der Gesamtfamilie. 1980 wurde das Burgmuseum in seiner heutigen Form eröffnet. Burgfestspiele / Götzenspiele Im Burghof unter freiem Sommerhimmel sorgen seit der ersten Aufführung des "Götz von Berlichingen" im Jahre 1950 vor den authentischen Kulissen der Götzenburg jedes Jahr zwischen Juni und August die überregional bekannten Burgfestspiele für Unterhaltung. Auf künstlerisch hohem Niveau gelangen neben dem Standardrepertoire, Goethes "Götz von Berlichingen", auch ein zweites, jährlich wechselndes Theaterstück oder Musical sowie ein Kinderstück zur Aufführung. Renommierte Regisseure und bekannte Schauspieler machen die Götzenspiele in Jagsthausen zum Klassiker unter den Freilichttheatern und ziehen jedes Jahr mehrere zehntausend Besucher an. Das Burghotel Götzenburg in Jagsthausen verbindet modernen Komfort mit historischem Ambiente in ruhiger Lage. Die 17 Hotelzimmer sind historisch eingerichtet und versetzen den Hotelgast in die Zeit des mittelalterlichen Rittertums. Gleichzeitig wird die komfortable Ausstattung aber auch den Ansprüchen unserer Zeit in vollem Maße gerecht. Alle Zimmer gewähren einen herrlichen Blick ins liebliche Jagsttal oder in den Schlosspark mit seinem alten Baumbestand. Die Gesellschaftsräume der Götzenburg sind ein repräsentativer Rahmen für Empfänge, Tagungen und Feierlichkeiten jeder Art. Zur Verfügung stehen der große Rittersaal, der ca. 200 Personen Platz bietet, die stilvoll eingerichtete "Große Götzenstube" für ca. 50 Personen, die "Kleine Götzenstube" für ca. 35 Personen sowie ein über den Gasträumen liegender Tagungsraum und das Ostturmzimmer für ca. 50 Personen. Die Speisekarte mit Köstlichkeiten vorwiegend aus regionaldeutscher Küche stellt auch anspruchsvolle Feinschmecker zufrieden. Zum weiteren Angebot des Burghote>ls gehören ein Cafébetrieb und eine Kegelbahn.
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Burgenstraße
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