6.30 Markgräfliches Opernhaus / Festspielhaus in Bayreuth

Markgräfliches Opernhaus

Unter den zahlreichen Bauwerken, die in Bayreuth zur Zeit der Markgräfin Wilhelmine, der Gattin Markgraf Friedrichs und Schwester Friedrichs des Großen, geschaffen wurden, ragt das Markgräfliche Opernhaus, nur wenige Meter vom Alten Schloss entfernt, als ein Kunstdenkmal höchsten Ranges hervor. Ohne Zweifel zählt es zu den schönsten historischen Opernhäusern nördlich der Alpen. Von der Bundesregierung ist es offiziell als UNESCO-Weltkulturerbe vorgeschlagen worden. 

Erbaut wurde das Markgräfliche Opernhaus, ein geräumiger Hallenbau aus Sandsteinquadern, in den Jahren 1745 bis 1748. Es entstand auf einem glockenförmigen Grundriss. Der Hofarchitekt Saint-Pierre entwarf die repräsentative Fassade, die durch einen dreiachsigen Mittelrisaliten ausgezeichnet ist. Kollossalsäulen über einer Balkonbrüstung fassen hier die Obergeschosse zusammen. Ein mächtiges Mansarddach bedeckt den gesamten Bau, der in eine zeitgenössische Häuserzeile integriert ist und dessen enorme Ausmaße (72 Meter tief) deshalb verborgen bleiben. 

Für die Innenausstattung hatte die Markgräfin eigens den Theaterbaumeister Giuseppe Galli Bibiena kommen lassen, der ein prunkvolles Meisterwerk im Stil des italienischen Spätbarock schuf. Die Hauptakzente der Dekoration liegen auf dem Farbklang von Blau, Graugrün und starkem Goldglanz und der plastischen Energie, die an der Fürstenloge und den Trompeterlogen seitlich der Bühne sowie an den enggereihten Docken der Balustraden konzentriert ist. Illusionistische Malerei verstärkt die Gesamtwirkung bis hin zum Himmelsausblick des Deckengemäldes von Johann Benjamin Müller, das den Parnass zeigt. 

Zum einstigen Repertoire zählten neben italienischen, französischen und deutschen Opern auch Eigenkompositionen der musikalischen Wilhelmine bzw. Werke, zu denen sie den Text geschrieben hatte. Heutzutage lässt das schonungsbedürftige Theater einen regelmäßigen Spielplan allerdings nicht mehr zu. 
Öffnungszeiten und Führungen: April bis September täglich 9 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr, Oktober bis März täglich 10 bis 16 Uhr. Ab 9.15 Uhr findet alle 45 Minuten eine Licht- und Toninszenierung statt. 

Festspielhaus

Auf dem Grünen Hügel Stadtrand von Bayreuth steht das Wagner-Festspielhaus. Zunächst war das Projekt für München vorgesehen, aber die Widerstände gegen Wagners Person und die kostspielige Freundschaft Ludwigs II. zu ihm waren im Umkreis des Hofes so groß, dass der Komponist 1865 aus der Nähe des Königs vertrieben wurde. Zunächst richtete Wagner sein Augenmerk auf die Stadt Nürnberg als Aufführungsort für seine Opern. Als er 1969 durch Hans Richter erfuhr, dass es in Bayreuth eine ausgezeichnete Opernbühne gäbe – gemeint ist damit die Bühne der Markgräflichen Oper –, wich er in die Idylle der damals erst 14 000 Einwohner zählenden Stadt aus. 

Die Entscheidung für Bayreuth fiel, während sich Wagner 1871 für mehrere Tage in der Stadt aufhielt. Allerdings erwies sich das Barocktheater als bühnentechnisch veraltet. Es musste also ein neues Opernhaus her. Nachdem die finanziellen Voraussetzungen geschaffen waren, konnten die Pläne realisiert werden. Die Tatsache, dass sich ein Meister für die Aufführung seiner Werke ein eigenes Theater bauen konnte, stellte weltweit einen einmaligen Vorgang dar. 

Mit dem Festspielhaus konnte Wagner seine Vorstellungen verwirklichen, die für den zeitgenössischen Theaterbau einige wesentliche Neuerungen brachten. Zusammen mit Gottfried Semper, dem großen Theaterarchitekten und Jugendfreund Wagners, entwarf er einen Bau, der sich am antiken Amphitheater mit seiner "demokratischen" Sitzordnung im Gegensatz zum höfischen Logentheater orientierte. Um jede Ablenkung vom Bühnengeschehen zu vermeiden, verbannte er das Orchester in einen Graben vor der Bühne. Wesentliche Teile des Baus sind in Holz ausgeführt und schaffen so eine unvergleichliche Akustik. 1876 war das Festspielhaus vollendet und Wagners Musik feierte nach manchen Widrigkeiten große Triumphe. 

In Fortführung der Familientradition leitet heute ein Enkel Richard Wagners den Festspielbetrieb. Jedes Jahr im Juli und August geben sich zahlreiche Wagner-Anhänger, darunter auch viele Prominente, ein Stelldichein auf dem Grünen Hügel. Zur Festspielzeit trifft sich aber auch die künstlerische Jugend der Welt in Bayreuth. Studenten und junge Künstler aus aller Herren Länder arbeiten und musizieren zusammen und beleben mit ihren Darbietungen die Fußgängerzone. 

Führungen: dienstags bis sonntags 10, 10.45, 14.15 und 15 Uhr, im November geschlossen; während der Probezeit von Juni bis August nur sporadisch geöffnet. 

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Burgenstraße

 

 

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