1.09 Heidelberger Schloss,
Rundgang durch das Schloß in Heidelberg
Ruprechtsbau Bibliotheksbau Fassbau  Frauenzimmerbau Friedrichsbau Altan Gläserner Saalbau Ottheinrichsbau Ludwigsbau Schlossgarten

Das Heidelberger Schloss

"Aber schwer in das Tal hing die gigantische schicksalskundige Burg, nieder bis auf den Grund von den Wettern zerrissen; doch die ewige Sonne goß ihr verjüngendes Licht über das alternde Riesenbild, und umher grünte lebendiger Efeu; freundliche Wälder rauschten über die Burg herab." (Aus Hölderlins Ode "Heidelberg") 

So beschrieb Hölderlin 1800 in einem Gedicht seine Eindrücke über die Schlossruine oberhalb von Heidelberg. Als Zeuge glanzvoller Vergangenheit ist sie zugleich Sinnbild der Vergänglichkeit von Größe und Macht. Dennoch gehört das Heidelberger Schloss zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Deutschland. Der Gebäudekomplex spiegelt mit seinen einzelnen Bauten die Epochen und Stile verschiedener Herrscher wider. 

Im Jahre 1225 erhielt Pfalzgraf Ludwig von Wittelsbach von dem Bischof von Worms eine Burg Heidelberg als Lehen. Unter Kurfürst Ruprecht III., der 1400 als Ruprecht I. deutscher König wurde, gewann sie an Bedeutung. Friedrich I. (1449 bis 1476) und Ludwig V. (1508 bis 1544) errichteten die Befestigungswerke mit den vier Rundtürmen an den Eckpunkten. Ottheinrich (1556 bis 1559) und Friedrich IV. (1592 bis 1610) erweiterten die Burg um die nach ihnen benannten Gebäude. Durch die Palastbauten der Kurfürsten des 16. und 17. Jahrhunderts wurde die Burg zu einem Schloss. 1693 wurde das Schloss von französischen Truppen schwer beschädigt, was den Kurfürsten veranlasste, seine Residenz nach Mannheim zu verlegen. Schloss Heidelberg wurde nicht mehr aufgebaut, so dass es sich noch heute als Schlossruine präsentiert.

Rundgang durch das Schloß in Heidelberg

Links des westlichen Schlosseingangs befindet sich der Stückgarten, den Ludwig V. für seine Kanonen anlegen ließ und der später zu einem Lustgarten umgestaltet wurde. An der nordwestlichen Seite begegnet man dem Dicken Turm, der 1693 von den Franzosen abgesprengt wurde. In ihm befand sich früher ein runder Festsaal. Zwei Statuen stellen Ludwig V. und Friedrich V. dar. Dahinter schließt sich der Englische Bau an, der heute ebenfalls eine Ruine ist. Friedrich V. ließ ihn für seine englische Gattin errichten. Aus dem Burggraben erhebt sich der viereckige Torturm. Als einziges Bauwerk ist er unversehrt geblieben. Durch das Brückenhaus gelangt man in den Innenhof des Schlosses. Hier finden jedes Jahr die "Schloss-Spiele" statt. Umgeben ist er von neun Palastbauten unterschiedlicher Epochen.

Ruprechtsbau Von der westlichen Seite beginnend präsentiert sich zunächst der Ruprechtsbau (um 1400) als älteste Anlage. Er wurde im gotischen Stil erbaut. Der nördliche Saal des Gebäudes enthält zwei Schlossmodelle, die das Schloss vor und nach seiner Zerstörung zeigen. Ein Stammbaum veranschaulicht die Entwicklung des Adelsgeschlechts der Pfalzgrafen.

Bibliotheksbau Etwas zurückversetzt folgt der zerstörte Bibliotheksbau (um 1520). In ihm waren das Archiv, die Schatz- und Kunstkammer und die Münstätte untergebracht.

Frauenzimmerbau Vom Frauenzimmerbau existiert nur noch das Erdgeschoss. An den Wänden des Königsaals hängen Porträts der Kurfürsten. Früher befanden sich hier Turniersaal, Festsaal und Handwerksstätten. Die Räume des Obergeschosses dienten als Wohnungen für die Hofdamen und Diener.

Fassbau Der Fassbau an der nördlichen Seite ist vom Schlosshof aus nicht zu sehen. Er wurde eigens für das erste Große Fass erbaut. Das bekannte "Große Heidelberger Fass" ließ Kurfürst Carl Theodor 1751 erbauen und hat ein Fassungsvermögen von 220 000 Litern.

Friedrichsbau An der linken Seite der Nordfront tritt der Friedrichsbau in Erscheinung. Er ist im Stil der deutschen Spätrenaissance gestaltet. Die Figuren an der Fassade stellen die Ahnen der Wittelsbacher dar. Im Erdgeschoss befindet sich die Schlosskirche. Im Obergeschoss begegnet man bedeutenden Kurfürsten als Standbilder.

Altan Vom Friedrichsbau aus führt ein Durchgang zum Altan (1610). Hier bietet sich dem Besucher eine herrliche Aussicht auf Heidelberg und seine reizvolle landschaftliche Umgebung. Seitlich gewandt blickt man auf den Fassbau.

Gläserner Saalbau Die nordöstliche Ecke der Schlossanlage nimmt der Gläserne Saalbau ein. Er wurde 1546 von Friedrich II. errichtet. Er vereinigt Baustile der Spätgotik und der Renaissance. Sein Name geht zurück auf ehemalige Wandspiegel im obergeschossigen Festsaal, der jedoch zerstört ist. Bemerkenswert sind die dem Schlosshof zugewandten Rundbogenarkaden, die von stämmigen Säulen getragen werden. Im Erdgeschoss findet man drei Wappenmedaillons: das zweigeteilte Wappen von Friedrichs Gattin Dorothea von Dänemark und in der Mitte der Pfälzer Löwe, der 1544 Friedrich II. von Kaiser Karl V. als Zeichen der Würde verliehen wurde.

Ottheinrichsbau Auf östlicher Seite schließt sich der Ottheinrichsbau (1556 bis 1559) an. Der dreistöckige Bau ist eines der bedeutendsten Werke der Frührenaissance in Deutschland. Zwischen den Fenstern des ersten Stockwerkes erkennt man die Helden Josua, Samson, Herkules und David. Darüber sind die Fürstentugenden Stärke, Glaube, Liebe, Hoffnung und Gerechtigkeit dargestellt. Oben sieht man die Planetengötter Saturn, Mars, Venus, Merkur und Luna. Vor den fehlenden Giebeln befinden sich Sol und Jupiter. Den Giebel des prunkvollen Portals zieren das Pfälzer Wappen und ein Brustbild Ottheinrichs. In den Innenräumen sind die Originalfiguren der Fassade aufbewahrt.

Ludwigsbau Der Ludwigsbau ist eher schlicht. Das Gebäude fiel 1764 einem Brand zum Opfer. In seinem Erdgeschoss, wie auch in dem des Ottheinrichsbaus ist das Deutsche Apothekenmuseum eingerichtet. Die Ausstellung zeigt die Entwicklung des Apotheken- und Arzneimittelwesens. Im historischen Apothekerturm befindet sich ein Laboratorium mit Geräten des 17. bis 19. Jahrhunderts.

Schlossgarten Östlich des Schlosses befindet sich der Schlossgarten. Er wurde von Friedrich V. (1615 bis 1621) angelegt. Mit seinen vier Terrassen stellte er seinerzeit eine beeindruckende Sehenswürdigkeit dar. Die Anlage in ihrer ursprünglichen Form zeigt eine Ansicht im Kurpfälzischen Museum. Die vier Terrassen waren durch Treppen verbunden. Zwischen Blumenbeeten und exotischen Gewächsen lagen Wasserspiele, Weiher und Grotten. Es gab auch eine Orangerie. Sie konnte ebenso wie der Pomeranzgarten im Winter beheizt werden. Teile der Bäderanlage, ein Fischzuchtbecken, der Raum für die Wasserorgel und ein Wintergarten sind heute noch erhalten.

Das Schloss ist zu Fuß oder auch bequem mit einer Bergbahn zu erreichen.
Öffnungszeiten: Täglich von 8 bis 17 Uhr, am 24. Dezember und am 31. Dezember von 8 bis 13 Uhr.
Sonderführungen sind nach Vereinbarung möglich. Die Preise für die Schlossinnenführung beinhalten nicht die Eintrittspreise für den Schlosshof und die Fassbesichtigung.
Der Schlossgarten ist frei zugänglich. Außerhalb der Öffnungszeiten besteht für den Schlosshof freier Eintritt, soweit keine Sonderveranstaltungen stattfinden. 

Burgenstraße

 

 

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Burgenstraße

1 Mannheim – Neckarzimmern

1.01 Mannheim an Rhein und Neckar
1.02 Kurfürstliches Schloss, Mannheimer Schloss
1.03 Rundgang durch das Mannheimer Schloss
1.04 Wasserturm, Jesuitenkirche, Luisenpark, Zeughaus mit Reißmuseum

1.05 Ilvesheim

1.06 Ladenburg

1.07 Edingen-Neckarhausen

1.08 Heidelberg
1.09 Heidelberger Schloss, Rundgang durch das Schloss

1.10 Neckargemünd
1.11 Bergfeste Dilsberg

1.12 Neckarsteinach – "Vierburgenstadt"
1.13 Hinterburg
1.14 Mittelburg, Vorderburg, Burg Schadeck

1.15 Hirschhorn – Perle im Neckartal
1.16 Burg Hirschhorn

1.17 Eberbach – Erlebnisstadt am Neckar
1.18 Burg Eberbach

1.19 Zwingenberg
1.20 Jagdschloss Zwingenburg

1.21 Neckargerach
1.22 Minneburg

1.23 Obrigheim
1.24 Schloss Neuburg

1.25 Mosbach
1.26 Neckarelz, Lohrbach

1.27 Neckarzimmern
1.28 Burg Hornberg

2 Haßmersheim – Heilbronn

3 Jagsthausen – Rothenburg o. d. Tauber

4 Colmberg – Nürnberg

5 Erlangen – Heiligenstadt

6 Bamberg – Bayreuth

7 Cheb – Prag

 

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