| Das Heidelberger Schloss
"Aber
schwer in das Tal hing die gigantische schicksalskundige Burg, nieder bis auf den Grund
von den Wettern zerrissen; doch die ewige Sonne goß ihr
verjüngendes Licht über das alternde Riesenbild, und umher grünte lebendiger Efeu;
freundliche Wälder rauschten über die Burg herab." (Aus Hölderlins Ode
"Heidelberg")
So beschrieb Hölderlin 1800 in einem Gedicht seine Eindrücke über die
Schlossruine oberhalb von Heidelberg. Als Zeuge glanzvoller Vergangenheit ist sie zugleich
Sinnbild der Vergänglichkeit von Größe und Macht. Dennoch gehört das Heidelberger
Schloss zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Deutschland. Der Gebäudekomplex
spiegelt mit seinen einzelnen Bauten die Epochen und Stile verschiedener Herrscher
wider.
Im Jahre 1225 erhielt Pfalzgraf Ludwig von Wittelsbach von dem Bischof
von Worms eine Burg Heidelberg als Lehen. Unter Kurfürst Ruprecht III., der 1400 als
Ruprecht I. deutscher König wurde, gewann sie an Bedeutung. Friedrich I. (1449 bis 1476)
und Ludwig V. (1508 bis 1544) errichteten die Befestigungswerke mit den vier Rundtürmen
an den Eckpunkten. Ottheinrich (1556 bis 1559) und Friedrich IV. (1592 bis 1610)
erweiterten die Burg um die nach ihnen benannten Gebäude. Durch die Palastbauten der
Kurfürsten des 16. und 17. Jahrhunderts wurde die Burg zu einem Schloss. 1693 wurde das
Schloss von französischen Truppen schwer beschädigt, was den Kurfürsten veranlasste,
seine Residenz nach Mannheim zu
verlegen. Schloss Heidelberg wurde nicht mehr aufgebaut, so dass es sich noch heute als
Schlossruine präsentiert.
Rundgang durch das Schloß in Heidelberg
Links des westlichen Schlosseingangs befindet sich der Stückgarten, den Ludwig
V. für seine Kanonen anlegen ließ und der später zu einem Lustgarten umgestaltet wurde.
An der nordwestlichen Seite begegnet man dem Dicken Turm, der 1693 von den Franzosen
abgesprengt wurde. In ihm befand sich früher ein runder Festsaal. Zwei Statuen stellen
Ludwig V. und Friedrich V. dar. Dahinter schließt sich der Englische Bau an, der heute
ebenfalls eine Ruine ist. Friedrich V. ließ ihn für seine englische Gattin errichten.
Aus dem Burggraben erhebt sich der viereckige Torturm. Als einziges Bauwerk ist er
unversehrt geblieben. Durch das Brückenhaus gelangt man in den Innenhof des Schlosses.
Hier finden jedes Jahr die "Schloss-Spiele" statt. Umgeben ist er von neun
Palastbauten unterschiedlicher Epochen.
Ruprechtsbau Von der westlichen Seite beginnend präsentiert
sich zunächst der Ruprechtsbau (um 1400) als älteste Anlage. Er wurde im gotischen Stil
erbaut. Der nördliche Saal des Gebäudes enthält zwei Schlossmodelle, die das Schloss
vor und nach seiner Zerstörung zeigen. Ein Stammbaum veranschaulicht die Entwicklung des
Adelsgeschlechts der Pfalzgrafen.
Bibliotheksbau Etwas zurückversetzt folgt der zerstörte
Bibliotheksbau (um 1520). In ihm waren das Archiv, die Schatz- und Kunstkammer und die
Münstätte untergebracht.
Frauenzimmerbau Vom Frauenzimmerbau existiert nur noch das
Erdgeschoss. An den Wänden des Königsaals hängen Porträts der Kurfürsten. Früher
befanden sich hier Turniersaal, Festsaal und Handwerksstätten. Die Räume des
Obergeschosses dienten als Wohnungen für die Hofdamen und Diener.
Fassbau Der Fassbau an der nördlichen Seite ist vom Schlosshof
aus nicht zu sehen. Er wurde eigens für das erste Große Fass erbaut. Das bekannte
"Große Heidelberger Fass" ließ Kurfürst Carl Theodor 1751 erbauen und hat ein
Fassungsvermögen von 220 000 Litern.
Friedrichsbau An der linken Seite der Nordfront tritt der
Friedrichsbau in Erscheinung. Er ist im Stil der deutschen Spätrenaissance gestaltet. Die
Figuren an der Fassade stellen die Ahnen der Wittelsbacher dar. Im Erdgeschoss befindet
sich die Schlosskirche. Im Obergeschoss begegnet man bedeutenden Kurfürsten als
Standbilder.
Altan Vom Friedrichsbau aus führt ein Durchgang zum Altan
(1610). Hier bietet sich dem Besucher eine herrliche Aussicht auf Heidelberg und seine
reizvolle landschaftliche Umgebung. Seitlich gewandt blickt man auf den Fassbau.
Gläserner Saalbau Die nordöstliche Ecke der Schlossanlage
nimmt der Gläserne Saalbau ein. Er wurde 1546 von Friedrich II. errichtet. Er vereinigt
Baustile der Spätgotik und der Renaissance. Sein Name geht zurück auf ehemalige
Wandspiegel im obergeschossigen Festsaal, der jedoch zerstört ist. Bemerkenswert sind die
dem Schlosshof zugewandten Rundbogenarkaden, die von stämmigen Säulen getragen werden.
Im Erdgeschoss findet man drei Wappenmedaillons: das zweigeteilte Wappen von Friedrichs
Gattin Dorothea von Dänemark und in der Mitte der Pfälzer Löwe, der 1544 Friedrich II.
von Kaiser Karl V. als Zeichen der Würde verliehen wurde.
Ottheinrichsbau Auf östlicher Seite schließt sich der
Ottheinrichsbau (1556 bis 1559) an. Der dreistöckige Bau ist eines der bedeutendsten
Werke der Frührenaissance in Deutschland. Zwischen den Fenstern des ersten Stockwerkes
erkennt man die Helden Josua, Samson, Herkules und David. Darüber sind die
Fürstentugenden Stärke, Glaube, Liebe, Hoffnung und Gerechtigkeit dargestellt. Oben
sieht man die Planetengötter Saturn, Mars, Venus, Merkur und Luna. Vor den fehlenden
Giebeln befinden sich Sol und Jupiter. Den Giebel des prunkvollen Portals zieren das
Pfälzer Wappen und ein Brustbild Ottheinrichs. In den Innenräumen sind die
Originalfiguren der Fassade aufbewahrt.
Ludwigsbau Der Ludwigsbau ist eher schlicht. Das Gebäude fiel
1764 einem Brand zum Opfer. In seinem Erdgeschoss, wie auch in dem des Ottheinrichsbaus
ist das Deutsche Apothekenmuseum eingerichtet. Die Ausstellung zeigt die Entwicklung des
Apotheken- und Arzneimittelwesens. Im historischen Apothekerturm befindet sich ein
Laboratorium mit Geräten des 17. bis 19. Jahrhunderts.
Schlossgarten Östlich des Schlosses befindet sich der
Schlossgarten. Er wurde von Friedrich V. (1615 bis 1621) angelegt. Mit seinen vier
Terrassen stellte er seinerzeit eine beeindruckende Sehenswürdigkeit dar. Die Anlage in
ihrer ursprünglichen Form zeigt eine Ansicht im Kurpfälzischen Museum. Die vier
Terrassen waren durch Treppen verbunden. Zwischen Blumenbeeten und exotischen Gewächsen
lagen Wasserspiele, Weiher und Grotten. Es gab auch eine Orangerie. Sie konnte ebenso wie
der Pomeranzgarten im Winter beheizt werden. Teile der Bäderanlage, ein Fischzuchtbecken,
der Raum für die Wasserorgel und ein Wintergarten sind heute noch erhalten.
Das Schloss ist zu Fuß oder auch bequem mit einer Bergbahn zu erreichen.
Öffnungszeiten: Täglich von 8 bis 17 Uhr, am 24. Dezember und am 31. Dezember von
8 bis 13 Uhr.
Sonderführungen sind nach Vereinbarung möglich. Die Preise für die
Schlossinnenführung beinhalten nicht die Eintrittspreise für den Schlosshof und die
Fassbesichtigung.
Der Schlossgarten ist frei zugänglich. Außerhalb der Öffnungszeiten besteht für
den Schlosshof freier Eintritt, soweit keine Sonderveranstaltungen stattfinden.
Burgenstraße
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Burgenstraße
1 Mannheim Neckarzimmern
1.01 Mannheim an Rhein und Neckar
1.02 Kurfürstliches Schloss, Mannheimer
Schloss
1.03 Rundgang durch das
Mannheimer Schloss
1.04 Wasserturm, Jesuitenkirche,
Luisenpark, Zeughaus mit Reißmuseum
1.05 Ilvesheim
1.06 Ladenburg
1.07 Edingen-Neckarhausen
1.08 Heidelberg
1.09 Heidelberger Schloss, Rundgang durch das Schloss
1.10 Neckargemünd
1.11 Bergfeste Dilsberg
1.12 Neckarsteinach
"Vierburgenstadt"
1.13 Hinterburg
1.14 Mittelburg,
Vorderburg, Burg Schadeck
1.15 Hirschhorn Perle im
Neckartal
1.16 Burg Hirschhorn
1.17 Eberbach Erlebnisstadt am
Neckar
1.18 Burg Eberbach
1.19 Zwingenberg
1.20 Jagdschloss Zwingenburg
1.21 Neckargerach
1.22 Minneburg
1.23 Obrigheim
1.24 Schloss Neuburg
1.25 Mosbach
1.26 Neckarelz, Lohrbach
1.27 Neckarzimmern
1.28 Burg Hornberg
2 Haßmersheim
Heilbronn
3 Jagsthausen
Rothenburg o. d. Tauber
4 Colmberg Nürnberg
5 Erlangen
Heiligenstadt
6 Bamberg Bayreuth
7 Cheb Prag |