1.22 Minneburg Neckargerach am Neckar
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Die Minneburg

Gegenüber von Neckargerach erhebt sich auf einem bewaldeten Berghang im Gemeindewald Neckarkatzenbach über dem Stadtteil Guttenbach die Minneburg. Sie gilt als Wahrzeichen von Neckargerach. Ihre jetzige Gestalt verdankt sie vornehmlich dem Ausbau in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Heute ist sie eine mächtige Ruine und ein beliebtes Ausflugsziel, zumal man von ihr einen schönen Ausblick auf das Neckartal hat und sich bei der Anlage auch zwei Grillplätze befinden, die zum längeren Verweilen einladen.

Die Sage von der Minneburg

Der Name der Burg geht einer Sage zufolge zurück auf Minna von Horneck, einem Burgfräulein auf Burg Hornberg. Vor ihrer Heirat mit dem Grafen von Schwarzenberg, wohnhaft auf Burg Dilsberg, soll sie sich hierher in eine Höhle geflüchtet haben. Sie liebte insgeheim den armen Ritter Edelmut von Ehrenberg und hoffte auf dessen Heimkehr von einem Kreuzzug. Als er endlich aus dem Heiligen Land zurückkehrte, war es zu spät: Minna lag im Sterben. Am Totenlager soll er die Errichtung einer Burg gelobt und als Gedenken an ihre große Liebe (mittelhochdeutsch: Minne) ihr den Namen Minneburg gegeben haben. 

Zur Geschichte

Über die Entstehung der Minneburg weiß man nichts Genaues. Man nimmt aber an, dass sie im 12. Jahrhundert gegründet wurde. Das erste historisch gesicherte Datum in der Geschichte der Burg ist das Jahr 1339. Damals kam die Burg durch Heirat an den Edelmann Eberhardt Rüdt von Collenberg. Zehn Jahre später erwarb Pfalzgraf Ruprecht der Ältere die Minneburg, der seinerseits Reinhard Hofwart von Sickingen damit belehnte. Ab 1371 sah sich Konrad von Rosenberg in ihrem Besitz. Nach dem Verkauf der Minneburg durch Kurfürst Philipp an Felicitas von Auerbach war sie für einige Jahre nicht mehr in den Händen der Pfalzgrafen, die sie jedoch 1518 zurückerwerben konnten und 1521 an Wilhelm von Habern als Lehen weitergaben.

Unter Wilhelm von Habern erlebte die Minneburg ihre Glanzzeit. Er ließ sie im Baustil der Renaissance verschönern und in ein Schloss umwandeln. Nach dem Aussterben des Geschlechts derer von Habern im Jahre 1560 wurde die Minneburg von Kurpfalz als erledigtes Lehen eingezogen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie von den Franzosen unter der Leitung des Generals Montaigne teilweise zerstört. In der Folgezeit bestand sie weiter als Kellerei, wobei darunter keine Weinkellerei zu verstehen ist. Vielmehr hatte ein Zehntgraf auf der Minneburg seinen Sitz.

Als 1803 die Kurpfalz im Großherzogtum Baden aufging, wurde das Amt Minneburg nach Dilsberg verlegt und die Burg endgültig aufgegeben. Dies hatte dann den allmählichen Verfall zur Folge. Im frühen 19. Jahrhundert wurde die Minneburg von einem Einsiedler bis zu seinem Tod als Behausung genutzt. Unterstützt durch die Romantikbewegung konnte die Ruine Ende des 19. Jahrhunderts gesichert und saniert werden. Vornehmlich in den 1960er und 1970er Jahren wurden Ausgrabungs- und Renovierungsmaßnahmen durchgeführt.

Die Anlage

Die Mantelmauer aus dem 13. Jahrhundert, die die Minneburg umgibt, bildet zusammen mit der Schildmauer ein verschobenes Siebeneck. West- und Südseite schützen ein mächtiger Halsgraben und Zwingmauern aus dem Jahre 1522 mit mächtigen Eckbastionen. Nach Osten und Norden fällt die Bergkuppe, auf der die Minneburg steht, relativ steil ab, so dass hier gewöhnliche Maueranlagen zur Sicherung ausreichten. Von der Zugbrücke in der Südostecke, die früher über den tiefen Graben zum Haupttor führte, existiert nur noch der hohe Mittelpfeiler. Der heutige Weg zur Kernburg führt daher von der entgegengesetzten Seite über die tiefer liegende Vorburg und zwei innere Tore.

Von der Vorburg sind nur noch Mauerreste und Fundamentreste erhalten, die 1976 freigelegt wurden. Das spitzbogig geschlossene Haupttor hat eine Höhe von 3,15 Metern. Östlich schließt sich ein kreisrunder Eckturm an, der aber nur noch in Teilen emporragt. Das gewaltigste der vier Rondelle ist in der Nordwestecke zu sehen. Er stellt sowohl von seinen Ausmaßen wie auch von seiner vorzüglichen Bauweise her ein bemerkenswertes Bollwerk dar.

Die Kernanlage der Minneburg weist eine Fläche von 35 mal 23 Metern auf. Sie hat die Gestalt eines unregelmäßiges Fünfecks. Überragt wird sie von dem starken, quadratischen Bergfried am nördlichen Ende der Schildmauer und dem Palas. Die Schildmauer ist bis auf den obersten Abschluss im Ganzen gut erhalten. Der Bergfried ist in seinen oberen Teilen völlig zerstört. Er hat einen Umfang von 7 mal 7 Metern. In einer Höhe dicht über der Oberkante der Schildmauer hat der Bergfried seine mittelalterliche Einstiegsluke. Etwa zwei Meter darüber endet er heute.

Der Palas ist ebenfalls nur noch eine Ruine. Unter den Wohnbauten, die sich im Süden und Osten an die Umfassungsmauern anlehnen und sämtlich in Trümmern liegen, wie etwa der sogenannte Küchenbau, ist er jedoch der besterhaltene. Erbaut wurde der Palas unter Wilhelm von Habern im Renaissancestil. Der Keller bildet einen einzigen tonnenüberwölbten Raum und ist teilweise in den Fels hineingearbeitet. In der Mitte der Hoffront befindet sich ein Treppenhaus mit spitzbogigem Portal und einer Wendelstiege.

Durch das Portal gelangt man in das mehrräumige Erdgeschoss, an dessen hinterem Ende sich ein Kamin befindet. Ein Raum des Erdgeschosses diente möglicherweise als Schlosskapelle. Das erste Obergeschoss war wohl von Anfang an als Hauptsaal gedacht. Noch heute bildet es einen einzigen Raum. Wie die Raumaufteilung im zweiten Obergeschoss ursprünglich ausgesehen hat, ist nicht mehr erkennbar. Vom Dachgeschoss steht nur noch der östliche Giebel. Eine besondere Zierde des Palas ist der durch alle Stockwerke aufsteigende Erker.

Die Minneburg kann jederzeit besichtigt werden. Sie ist zu Fuß über verschiedene Spazierwege bzw. Wanderwege erreichbar. Vom kostenlosen Parkplatz Minneburg unterhalb der Anlage führt ein 300 Meter langer Steilweg hinauf. Alternativ kann man von dort auch einen leichten Fußweg von ca. 30 Minuten Dauer wählen. Längere Wanderwege sind in örtlichen und regionalen Wanderkarten aufgeführt.

Neckargerach am Neckar

Burgenstraße

 

 

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Burgenstraße

1 Mannheim – Neckarzimmern

1.01 Mannheim an Rhein und Neckar
1.02 Kurfürstliches Schloss, Mannheimer Schloss
1.03 Rundgang durch das Mannheimer Schloss
1.04 Wasserturm, Jesuitenkirche, Luisenpark, Zeughaus mit Reißmuseum

1.05 Ilvesheim

1.06 Ladenburg

1.07 Edingen-Neckarhausen

1.08 Heidelberg
1.09 Heidelberger Schloss, Rundgang durch das Schloss

1.10 Neckargemünd
1.11 Bergfeste Dilsberg

1.12 Neckarsteinach – "Vierburgenstadt"
1.13 Hinterburg
1.14 Mittelburg, Vorderburg, Burg Schadeck

1.15 Hirschhorn – Perle im Neckartal
1.16 Burg Hirschhorn

1.17 Eberbach – Erlebnisstadt am Neckar
1.18 Burg Eberbach

1.19 Zwingenberg
1.20 Jagdschloss Zwingenburg

1.21 Neckargerach
1.22 Minneburg

1.23 Obrigheim
1.24 Schloss Neuburg

1.25 Mosbach
1.26 Neckarelz, Lohrbach

1.27 Neckarzimmern
1.28 Burg Hornberg

2 Haßmersheim – Heilbronn

3 Jagsthausen – Rothenburg o. d. Tauber

4 Colmberg – Nürnberg

5 Erlangen – Heiligenstadt

6 Bamberg – Bayreuth

7 Cheb – Prag

 

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