5.13 Pottenstein an der Püttlach, Fränkische Schweiz

Die Stadt

Wie Gößweinstein ist auch Pottenstein einer der Hauptfremdenverkehrsorte der Fränkischen Schweiz. Mit den Stadtteilen Elbersberg, Graisch, Haselbrunn, Haßlach, Hohenmirsberg, Kirchenbirkig, Kleilesau, Kühlenfels, Leienfels, Neu-Geusmanns, Prüllsbirkig, Püttlach, Regenthal, Rupprechtshöhe, Siegmannsbrunn, Steifling, Trägweis, Tüchersfeld, Waidach, Wannberg, Weidenloh und Weidmannsgesees zählt er rund 6000 Einwohner. Verwaltungsmäßig gehört Pottenstein zum Landkreis Bayreuth.

Pottenstein, ein anerkannter Luftkurort, liegt im schmalen Tal der Püttlach, umrahmt von hohen Bergkuppen und Felspartien. Das kleine Städtchen zeichnet sich durch schöne alte Fachwerkbauten und einen malerischen Marktplatz aus. Auf ihm steht der Elisabethenbrunnen, der an den Aufenthalt der Heiligen Elisabeth im 13. Jahrhundert erinnert. Sehenswert sind auch das Rathaus mit dem Heimatmuseum, die gotische Stadtpfarrkirche St. Bartholomäus und die Spital- und Friedhofskirche St. Kunigund mit ihrer Rokokoausstattung. Überragt wird Pottenstein von einer Burg, die mit der Stadtgeschichte eng verknüpft ist.

Faszinierend ist auch die Umgebung von Pottenstein mit ihren pittoresken Felsformationen, ihren tief eingeschnittenen Tälern, ihren Höhlen, ihren Wäldern und klaren Bachläufen. Sie ist geprägt von einer reichen Tier- und Pflanzenwelt. Die größte landschaftliche Attraktion ist die Teufelshöhle, die größte und beeindruckendste Tropfsteinhöhle der Fränkischen Schweiz.

Zur Geschichte

Die Anfänge der Siedlung "Bothone-Stein" (Pottenstein) gehen urkundlich gesichert bis ins 10. Jahrhundert zurück. Das Städtchen entwickelte sich im Talkessel zu Füßen der gleichnamigen Burg wohl um eine Mühle herum. Seit der Gründung des Bistums Bamberg 1007 war Pottenstein ein strategisch wichtiger Grenzort gegen die Slawen. Als Namensgeber gilt Graf Botho, der 1070 als Besitzer der Burg erwähnt wurde. Im 12. und 13. Jahrhundert wurden Burg und Ort von einem bischöflich-bambergischen Ministerialengeschlecht verwaltet, die den Namen der Burg angenommen hatten. Der älteste bekannte Vertreter des Geschlechts war Wezelo von Pottenstein.

Wichtige Daten in der Stadtgeschichte von Pottenstein sind die Jahre 1227/28 und 1323. 1227/28 hielt sich hier für einige Monate eine berühmte Nichte des Bischofs Ekbert von Bamberg auf, die von der Wartburg vertriebene und 1235 heilig gesprochene Landgräfin Elisabeth von Thüringen († 1231). 1323 erhielt der Ort die Stadtrechte und wurde daraufhin mit einer Stadtmauer umgeben. 1409 wurden erstmals die sich außerhalb der Befestigung befindlichen Kunigundenkirche mit dem Bürgerspital erwähnt. 1500 wurde Pottenstein Sitz eines Ober- und Pflegeamtes.

Im 18. Jahrhundert verwüstete ein Großbrand fast alle Häuser von Pottenstein. Daher finden sich heute, mit Ausnahme der Burg und des Bürgerspitals, keine Gebäude im Stadtgebiet, die vor 1736 erbaut worden sind. 1803 kam Pottenstein nach der Aufhebung des Hochstifts Bamberg an das Königreich Bayern. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Städtchen für viele Flüchtlinge und Heimatvertriebene zur neuen Heimat.

Sehenswertes

Burg Pottenstein

Teufelshöhle

Pfarrkirche St. Bartholomäus

Die Turmuntergeschosse der katholischen Pfarrkirche St. Bartholomäus stammen von einer Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Der Chor des heutigen Gotteshauses wurde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, das Langhaus zwischen 1380 und 1430 errichtet. 1493 wurde das Gewölbe eingezogen. 1690 und 1725 wurde der Turm erhöht. 1798 erhielt er seine Zwiebelhaube.

St. Bartholomäus ist eine zweischiffige Hallenkirche. Den innen barockisierten Chor schmücken Stuckarbeiten und ein Deckengemälde des Letzten Abendmahls. Besonders sehenswert ist der Hochaltar. Das Altarblatt zeigt das Martyrium des Kirchenpatrons. Künstlerisch wertvoll sind auch die Figuren der Heiligen Nikolaus und Kunigunde. Bekrönt wird der Altar von einer Darstellung der Heiligen Dreifaltigkeit mit dem Christuskind auf der Weltkugel. Die Seitenaltäre stammen aus dem Ende des 17. Jahrhunderts. Beachtung verdient das geschnitzte Vesperbild (um 1500) im Auszug des nördlichen Seitenaltars. Unter den Holzfiguren sind ein hl. Bartholomäus (um 1510), ein hl. Nepomuk (erste Hälfte des 18. Jahrhunderts) sowie die vom alten Hochaltar stammenden zwölf Apostel auf den Chorstühlen hervorzuheben. Die Außenwand der Bartholomäuskirche ziert ein volkstümlicher Ölberg aus dem frühen 16. Jahrhundert.

Spital- und Friedhofskirche St. Kunigund

Bereits im ausgehenden 14. Jahrhundert wurde außerhalb der Stadtmauern von Pottenstein zusammen mit dem Bürgerspital eine St. Kunigund geweihte Kirche erbaut. Sie diente als Spital- und Friedhofskirche. 1775 und 1776 wurde sie durch den heutigen Neubau ersetzt. Chor und Langhaus sind von einer Flachtonne überwölbt. Als Kirchturm dient ein Dachreiter. Die Ausstattungsstücke stammen einheitlich aus der Erbauungszeit der Kirche. Besonders erwähnenswert sind die Altarbilder sowie die Skulpturen des Hochaltars.

Fränkische-Schweiz-Museum

Das Fränkische-Schweiz-Museum im Pottensteiner Stadtteil Tüchersfeld ist in den Gebäuden des so genannten "Judenhofs", einer von Juden bewohnten Siedlung des 18. Jahrhunderts, untergebracht. In 43 Räumen vermittelt die Ausstellung einen umfassenden Überblick zu allen Aspekten des Landschaftsraumes. Das Themenspektrum reicht von der Geologie und Archäologie über bäuerliche Wohnkulturen und Arbeitsweisen, Handwerksgeräte und Zunftwesen bis Trachten, Brauchtum und Volksfrömmigkeit. In der ehemaligen Synagoge und im Frauenbetraum geben die Exponate einen Einblick in das religiöse Leben und die Tradition einer jüdischen Landgemeinde.
Öffnungszeiten: Ostern bis Ende Oktober dienstags bis sonntags 10 bis 17 Uhr, im Winter nur sonntags 13.30 bis 17 Uhr

Freizeitangebote

Als etablierter Urlaubsort bietet Pottenstein viele Einrichtungen, die der Erholung dienen, z. B. das Erlebnisbad und Kurzentrum "Juramar" mit Hallenbad, Massagebecken, medizinischer Bäderabteilung, Solarien, Sauna, Dampfbad und Kneippanlagen , das um 1920 erbaute Felsenbad (Freibad) am Ortsrand den Schöngrundsee mit Bootsbetrieb, eine Sommerrodelbahn und einen internationalen 18-Loch-Golfplatz im Stadtteil Weidenloh. Die geologisch interessante Landschaft ermöglicht ein breit gefächertes Sportangebot, das vom Wandern und Radfahren über Klettern und Kanufahren bis zum Gleitschirmfliegen reicht. Fossiliensammler und Höhlenforscher kommen ebenfalls auf ihre Kosten.

Im Jahreskalender des Städtchens gibt es einige festliche Höhepunkte. Am Dreikönigstag (6. Januar) findet ein internationales Ereignis statt: der feierliche Beschluss der "Ewigen Anbetung". Zur Abschlussprozession erstrahlt Pottenstein im Licht von über 1000 Felsfeuern. Jedes Jahr im Juli wird ein Musikfest veranstaltet und Mitte September steht das Fränkische-Schweiz-Museum in Tüchersfeld im Zeichen des historischen Handwerkermarktes. 

Pottenstein | Burg Pottenstein | Teufelshöhle

Burgenstraße

 

 

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Burgenstraße

1 Mannheim – Neckarzimmern

2 Haßmersheim – Heilbronn

3 Jagsthausen – Rothenburg o. d. Tauber

4 Colmberg – Nürnberg

5 Erlangen – Heiligenstadt

5.01 Erlangen
5.02 Markgräfliches Schloss
5.03 Kirchen in Erlangen

5.04 Forchheim
5.05 Kaiserpfalz

5.06 Ebermannstadt

5.07 Wiesenttal
5.08 Burgruine Neideck
5.09 Burgruine Streitberg

5.10 Gößweinstein
5.11 Burg Gößweinstein
5.12 Wallfahrtskirche zur Heiligen Dreifaltigkeit

5.13 Pottenstein
5.14 Burg Pottenstein
5.15 Teufelshöhle

5.16 Waischenfeld
5.17 Burgruine Waischenfeld
5.18 Burg Rabeneck
5.19 Burg Rabenstein

5.20 Aufseß
5.21 Schloss Aufseß

5.22 Heiligenstadt
5.23 Burg Greifenstein

6 Bamberg – Bayreuth

7 Cheb – Prag

 

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